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Zum 200. Geburtstag: Herman Melville und der Glaube

Sein bekanntestes Werk ist fraglos „Moby-Dick“: Zum 200. Geburtstag von Herman Melville blickt die „Tagespost“ auf Werk des weltberühmten Autors und die zahlreichen religiösen Motive, die sich darin finden.
Alte Bücher in der Bibliothek im Gleimhaus in Halberstadt
Foto: Klaus-Dietmar Gabbert (ZB) | Das umfangreiche Werk Herman Melvilles weist immer wieder religiöse Bezüge auf (Symbolbild).

Die Geschichte von „Moby-Dick“ gehört heute zum Allgemeinwissen, schließlich ist der Roman aus der Feder Herman Melvilles schon lange ein Welterfolg. Zum 200. Geburtstag des Autors widmet sich die „Tagespost“ im Rahmen ihrer Serie „Poeten, Priester & Propheten“ vor allem den religiösen Bezügen in seinem Werk.  Das auf den ersten Blick recht sperrige Original von „Moby-Dick“ weist zahlreiche wissenschaftliche und philosophische Exkurse auf.  Im  reichhaltigen literarischen Werk Melvilles spiele metaphysische und theologische Fragen insgesamt eine große Rolle.

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Deutliche Parallelen zum Alten Testament

In „Moby-Dick“ wird der Wal im Verlauf der Handlung zu einem Symbol: für das Böse, für Gott, für das Universum, für die Natur, für das Schicksal. Auch die menschlichen Protagonisten haben deutliche religiöse Bezüge. Der Erzähler Ismael erinnert zum Beispiel an die Geschichte der gleichnamigen Gestalt der Bibel. Während diese jedoch vor dem Verdursten in der Wüste gerettet wurde, macht Melvilles Ismael eine andere Heilserfahrung. Klare Parallelen zum Alten Testament gibt es auch bei Kapitän Ahab. Dass er am Ende vom Wal in die Tiefe mitgerissen wird, kann als göttliche Strafe verstanden werden, die er sich durch seine Auflehnung gegen Gott eingehandelt hat. In Melvilles Roman findet diese ihren Höhepunkt in einem blasphemischen Ritual.

Religiöse Themen spielen auch eine zentrale Rolle in Melvilles monumentalen Versepos „Clarel“ aus dem Jahr 1876. Die Pilgerfahrt eines jungen Studenten ins Heilige Land behandelt etwa das Aufeinandertreffen verschiedener Religionen und Weltanschauungen. Und auch in den kürzeren Erzählungen Melvilles kommt man an christlichen Motiven nicht vorbei. In „Billy Budd, Sailor“ wirkt der Protagonist etwa wie ein „Adam vor dem Sündenfall“. Große Rätsel gibt hingegen die Erzählung „Bartleby, The Scrivener“ („Bartleby der Schreiber“) auf. Bei dieser Geschichte sind die Interpreten sich uneins, was sie bedeuten soll.

DT/kma

Mehr zur Religion in Herman Melvilles Werk und über sein eigenes Verhältnis zum Christentum lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Tagespost.

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Altes Testament Herman Melville

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