Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Würzburg

Homeschooling wieder in der Diskussion

Ein Pro & Contra beleuchtet unterschiedliche Auffassungen zum häuslichen Lernen.
Homeschooling, eine Alternative in Coronazeiten?
Foto: Bernd Wüstneck (dpa) | Die Frage, ob Homeschooling erlaubt werden soll, stellt sich durch die Krise erneut.

Während der Corona-Krise ist das häusliche Lernen alternativlos geworden, weil die Schulen geschlossen sind. Ist das Homeschooling aber auch künftig eine Option? In einem Pro & Contra bilden wir unterschiedliche Meinungen hierzu ab. 

Rechststaat muss Homeschooling ermöglichen 

Bernhard Huber,  Diplom-Theologe und Geschäftsführer des bayerischen Landesverbandes der Katholischen Elternschaft Deutschlands, plädiert für das Homeschooling, weil Eltern  für die Kinder die ersten Sozialkontakte sind und nicht die Lehrer: „Die Eltern tragen die letzte Verantwortung für die Erziehung ihrer Kinder und für deren begabungsgerechte Bildung.“ Um eine möglichst individuelle Förderung der Schüler zu erreichen, müsse der Staat auch das Homeschooling legalisieren. Der freiheitliche Rechtsstaat muss der Maßstab für den Konflikt zwischen „natürlichem Elternrecht“ und „Dieses beschränkende staatliche Erziehungsrecht“ sein, meint Huber.

Lesen Sie auch:

Gar kein echtes Homeschooling

Der Pressereferent für den Bundesverband der Katholischen Elternschaft Deutschlands, Markus Kremser, sieht derzeit gar kein echtes Homeschooling, weil Lernen zu Hause jetzt nicht ausschließlich durch Eltern oder bezahlte Lehrer stattfindet. Jedoch biete die „Beschulung zu Hause auch Tür und Tor für geistige Indoktrination“. Jedes Kind habe Anspruch auf Bildung, egal aus welchem Elternhaus es kommt – diesen Anspruch kann die Schule , öffentlich oder in freier Trägerschaft mit unterschiedlicher Wertorientierung, am besten einlösen, meint Kremser und unterstreicht die Vielfalt der Schulen, die der „pluralen Gesellschaft in einem demokratischen Rechtsstaat entsprechen“.  Das Elternhaus ist nach Kremser keine Ersatzschule, klare Absprachen zwischen Lehrern und Eltern könnten hilfreich sein. 

DT/ari

Argumente pro und contra Homeschooling lesen Sie in der kommenden Ausgabe der Tagespost. Holen Sie sich das ePaper dieser Ausgabe

Themen & Autoren
Redaktion

Weitere Artikel

Überall Empörung und Betroffenheit, aber keiner trägt die Konsequenzen. Verantwortung, einst eine Ehre, gilt heute vielen nur noch als Zumutung.
27.06.2026, 17 Uhr
Baron Vinzenz von Stimpfl-Abele
Österreichs Bundesregierung will ein Kopftuchverbot an Schulen für Mädchen bis zur Religionsmündigkeit. Die Kontroverse darüber war unvermeidbar.
27.10.2025, 11 Uhr
Stephan Baier

Kirche

Der eskalierende Streit zwischen Kirche und Regierung beschädigt die Autorität beider Seiten und spaltet ein Land, das von unfreundlichen Nachbarn umgeben ist.
14.08.2026, 17 Uhr
Stephan Baier
Katechismuslesen reicht nicht: Warum der Abtprimas der Benediktiner, Jeremias Schröder, der Mutter Jesu große Bedeutung für seinen Glauben beimisst.
14.08.2026, 15 Uhr
Esther von Krosigk
In Obertshausen erinnert neuerdings eine Statue an den Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz und an den spanischen Wallfahrtsort Caravaca de la Cruz.
14.08.2026, 09 Uhr
Oliver Gierens
Tod in der Arena oder lebendig begraben im Bergbau? Im dritten Jahrhundert wurden auch Päpste zu Märtyrern. Der 13. August ist der Gedenktag des heiligen Papstes Pontianus.
12.08.2026, 21 Uhr
Claudia Kock
Wer und was in deutschen Bistümern willkommen ist, zeigt sich besonders deutlich im Umgang mit der traditionellen lateinischen Messe und der Priesterbruderschaft St. Pius X.
11.08.2026, 20 Uhr
Jakob Naser