Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Neuer Film von Wim Wenders

Wim Wenders: Von Japans Minimalismus lernen

Im Interview mit der „Tagespost“ spricht der Starregisseur über seinen neuen, in Japan gedrehten Film „Perfect Days“.
Wim Wenders beschäftigt sich in seinem neuen Film mit der japanischen Kultur der Reduktion.
Foto: Stefanie Rex (dpa) | Wim Wenders beschäftigt sich in seinem neuen Film mit der japanischen Kultur der Reduktion.

Die japanische Kultur des Allgemeinwohls steht laut Wim Wenders im Zentrum seines neuen Films „Perfect Days“, der ganz in Japan spielt. Im Gespräch mit der „Tagespost“ erzählt der Regisseur, dass er über die Architektur zu dem Projekt kam. „Anfang 2022 erhielt ich eine Einladung aus Tokio, mir ein interessantes soziales Architekturprojekt anzusehen“, so Wenders. Doch statt wie angedacht eine Serie von Kurzfilmen zu den Projekten anzustoßen, inspirierte die Architektur Wenders dazu, eine Geschichte zu erzählen, um davon zu erzählen, „wieviel in Japan zählt, was man gemeinsam besitzt.“

Lesen Sie auch:

Überfluss als gesellschaftliche Krankheit

Zwar gebe es Menschen mit einem ausgeprägten Bewusstsein für das Allgemeinwohl und die Zufriedenheit durch Reduktion, so Wenders, auch außerhalb Japans. Es werde aber zunehmend schwieriger, diese zu finden, da die Gesellschaften vom Überfluss geprägt seien. „Das ist eine Art Krankheit, die in unsere Gene übergegangen ist, so dass wir oft mehr haben möchten, als wir tatsächlich benötigen,“ so Wenders. Er habe großeen Respekt vor dieser Einstellung, da sie einen möglichen Weg in eine Zukunft aufzeige, in der nicht jeder nach übermäßigem Besitz strebt. DT/sdu

Das ganze Interview mit Wim Wenders lesen Sie in der nächsten Ausgabe der „Tagespost“.

Themen & Autoren
Vorabmeldung Wim Wenders

Weitere Artikel

„Das Los des Fremden“ blickt auf einzelne Schicksale hinter der Flüchtlingsstatistik. Der Film ist stark, wenn er nah bei seinen Figuren bleibt – und schwach, wenn er seine Botschaft ...
18.06.2026, 13 Uhr
José García
Manche halten Japan für die einzige Europa ebenbürtige Zivilisation. Das Recht auf Bürgergeld erschiene hier aber abstrus. Was sagt das über die europäische Kultur?
21.10.2025, 15 Uhr
Peter Schallenberg

Kirche

Der eskalierende Streit zwischen Kirche und Regierung beschädigt die Autorität beider Seiten und spaltet ein Land, das von unfreundlichen Nachbarn umgeben ist.
14.08.2026, 17 Uhr
Stephan Baier
Katechismuslesen reicht nicht: Warum der Abtprimas der Benediktiner, Jeremias Schröder, der Mutter Jesu große Bedeutung für seinen Glauben beimisst.
14.08.2026, 15 Uhr
Esther von Krosigk
In Obertshausen erinnert neuerdings eine Statue an den Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz und an den spanischen Wallfahrtsort Caravaca de la Cruz.
14.08.2026, 09 Uhr
Oliver Gierens
Tod in der Arena oder lebendig begraben im Bergbau? Im dritten Jahrhundert wurden auch Päpste zu Märtyrern. Der 13. August ist der Gedenktag des heiligen Papstes Pontianus.
12.08.2026, 21 Uhr
Claudia Kock
Wer und was in deutschen Bistümern willkommen ist, zeigt sich besonders deutlich im Umgang mit der traditionellen lateinischen Messe und der Priesterbruderschaft St. Pius X.
11.08.2026, 20 Uhr
Jakob Naser