Würzburg

Netflix-Film „Tyler Rake – Extraction“: Zynischer Söldner

Der Netflix-Film „Tyler Rake – Extraction“ bietet zwar teilweise hyperrealistische Gewalt. Einige Elemente verleihen aber dem Film auch Tiefe.
Garcías Filmtipp: "Tyler Rake"
Foto: Netflix | Der waghalsige Söldner Tyler Rake (Chris Hemsworth) soll den 15-jährigen Sohn eines Drogenbarons, Ovi (Rudhraksh Jaiswal), aus den Fängen eines Konkurrenten befreien. Zwischen den beiden entsteht eine Art Freundschaft.

Für den Netflix-Film „Tyler Rake – Extraction“ adaptiert Joe Russo die Graphic Novel „Ciudad“, die er zusammen mit Andre Parks verfasst hatte, wobei die Handlung von der uruguayischen Stadt Ciudad del Este nach Bangladesch verlegt wurde. Regie führt Sam Hargrave, der bislang mit Joe Russo und dessen Bruder Anthony als Stunt-Koordinator und „Second Unit Director“ bei den „Avengers“-Filmen zusammen gearbeitet hatte, und hier nun sein Regiedebüt liefert.

Es geht nicht um Lösegeld, sondern um Demütigung

Tyler Rake (Chris Hemsworth) ist ein Söldner, wie es im Buche steht – oder wie er in Filmen klischeehaft gezeichnet wird: waghalsig, da er nichts zu verlieren hat. Weil er Geld braucht, übernimmt er einen illegalen Auftrag: Den Sohn eines indischen Drogenbarons aus den Fängen des Drogenbarons aus Bangladesch zu befreien: Der 15-jährige Ovi Mahajan (Rudhraksh Jaiswal) wurde entführt, aber „es geht nicht um Lösegeld; es geht um Demütigung“. Nun hat Tyler mit Hilfe der Kampftruppe seiner Auftraggeberin Nik Khan (Golshifteh Farahani) im Hintergrund, 16 Stunden, um Ovi aus Dhaka herauszuholen (daher der Originaltitel „Extraction“).

 

Als Action-Film solide inszeniert, ist „Tyler Rake – Extraction“ der Einfluss der „Bourne“-Filme sowohl im Kampf eines Einzelnen gegen eine ganze Armee als auch im Ton anzumerken. Der blutige Hyperrealismus etlicher Gewaltszenen, die häufig zu sehr in die Länge gezogen werden, könnte zwar einige Zuschauer abschrecken. Aber der Netflix-Film bietet Einiges über die reine Abfolge von Verfolgungsjagden, Faustkämpfen und Schießereien hinaus.

Ersatzvater-Sohn-Beziehung

Zum einen entsteht zwischen dem zynischen Söldner und dem naiven Jungen im Laufe der Zeit eine Art Ersatzvater-Sohn-Beziehung, die Tyler Rake zu einer unerwarteten Entwicklung führt. Zum andern führen die Filmemacher mit Saju (Randeep Hooda) eine weitere Figur ein, die als Tylers Gegenspieler angelegt ist. Der Bodyguard des Drogenbarons Ovi Mahajan Sr. erweist sich jedoch als alles andere als klischeehaft, da es ihm vor allem darum geht, seine eigene Familie zu beschützen.

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe

Themen & Autoren
José García

Weitere Artikel

Durch die Pandemie ist die Lage der Kaffebauern in Guatemala noch schwieriger geworden. Die Flucht vor dem vor dem Klimawandel kann tödlich enden.
25.01.2022, 19 Uhr
Andreas Boueke
Mozart, Mendelssohn, Bach: Eine Spurensuche in Sachen Kreativität die auf genetischer Disposition, Förderung und Selbstmotivation basiert.
09.10.2022, 17 Uhr
Barbara Stühlmeyer

Kirche

Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke äußert sich zum „Ad-limina-Besuch“ der deutschen Bischöfe, zur Gefahr eines Schismas und zum neuen kirchlichen Arbeitsrecht.
26.11.2022, 14 Uhr
Dorothea Schmidt
Der Vatikan hat die Kritik der Kardinäle Ladaria und Ouellet am Synodalen Weg veröffentlicht. Diese Transparenz schafft Orientierung, wo bisher nur ungläubiges Staunen über die Bischöfe war.
25.11.2022, 11 Uhr
Guido Horst
Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt in zwei Fällen gegen den Kölner Kardinal wegen des Verdachts der falschen eidesstattlichen Versicherung. Ökumenisches Gebet abgesagt. 
25.11.2022, 11 Uhr
Meldung
Im Wortlaut die Stellungnahme von Kardinal Marc Ouellet zum Synodalen Weg beim interdikasteriellen Treffen mit den deutschen Bischöfen.
24.11.2022, 17 Uhr
Kardinal Marc Ouellet