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Mode und Schönheit: Den schlechten Geschmack integrieren

Was macht Mode schön - oder christlich? Darum geht es im „Thema der Woche“ mit Designerin Inès de la Fressange und einem Essay von Sally-Jo Durney.
Inés de la Fressange, Model und Designerin bei einer Modeschau von Karl Lagerfeld.
Foto: Caroline Blumberg (EPA) | Inés de la Fressange, Model und Designerin bei einer Modeschau von Karl Lagerfeld.

Inès de la Fressange, „Muse“ von Karl Lagerfeld und Vorbild für die Büste der französischen „Marianne“ ist überzeugt, dass die Idee der Schönheit fließend ist. „Was man einst schön fand, findet man heute vielleicht hässlich und umgekehrt.“ Dabei könne man Parfumeuren lernen, die in ihre Essenzen Rohstoffe einbinden, die zunächst unangenehm riechen. „Auch in der Mode bedarf es dieses kleinen Störfaktors“, so de la Fressange im „Thema der Woche“. „Man muss den schlechten Geschmack integrieren“. Früher habe man Eleganz und Reichtum mit Reichtum verbunden: „Schönes Tuch, edler Schmuck, man suchte zu beeindrucken“, so de la Fressange. Heute hätten sich die Codes geändert. „Wer Kleidung zur Schau stellt, gilt nicht unbedingt als elegant.“

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Moral und Mode

Dass christliche Influencer sich daraus eine Nische schlagen, dass sie das Ende des guten Geschmacks bedauern, beobachtet „Tagepost“-Autorin Sally-Jo Durney. Einerseits durch eine Fixierung auf den moralischen Wert von Mode, indem mehr oder weniger christliche Werte wie Anständigkeit (modesty) oder Femininität auf Kleidung und Stil projiziert werden. Andererseits durch eine Fixierung auf das Potenzial von Kleidung, auf das transzendent Schöne, also Gott, zu verweisen: „Das ,objektiv Schöne‘ drücke sich, so die Idee, in klassischem Stil à la Grace Kelly und Audrey Hepburn aus.“ Durney stellt die Frage, ob es der menschlichen Person gerecht werde, vermeintlich objektive Maßstäbe an ihre Kleidung oder ihren Leib anzulegen – und ob das wirklich „guter Geschmack“ sei. DT

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