Literatur

Lisa Eckhart: „Das ewige Schlachten wohnt mir nicht inne“ 

Neuer Roman von Lisa Eckhart. Splatterfilme lehnt die Autorin ab. Für Gewalt hat sie kein Faible.
Kabarettistin Lisa Eckhart stellt Debütroman «Omama» vor
Foto: Axel Heimken (dpa) | Heute erscheint der neue Roman von Lisa Eckhard. Die Künstlerin äußert sich dazu im Interview mit der Tagespost.

Mit „Boum“ legt die österreichische Kabarettistin Lisa Eckhart heute ihren zweiten Roman vor. Die Handlung spielt in Paris, wo ein Serienmörder sein Unwesen treibt. Im Gespräch mit der Kulturjournalistin Ute Cohen betont Eckhart jedoch, dass sie persönlich kein Faible für Gewalt hat: „Das ewige Schlachten wohnt mir nicht inne. Ich sehe auch keine Horrorfilme mehr. Die braucht man als Teenager, weil man sich langsam seiner Sterblichkeit bewusst wird und damit fertig werden muss."

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Splatter für Kids

"Sollen die Kids Splatter Movies schauen, jedoch ab 18 Jahren würde ich dieses Zeug verbieten", so Eckhart, "Ab da sind sie schädlich. Mich wundert allerdings immer wieder, was für blutrünstige Dinge sich ausgerechnet Menschen anschauen, die dann wegen Mikroaggressionen jammern. Ich wüsste gern, was sich derjenige, der sich von mir gekränkt fühlt, auf Netflix anschaut. Da gäbe es sicherlich Dinge darunter, die mich traumatisieren würden, während die Mimosen noch gemütlich Nachos essen. Wer sich als Erwachsener derlei genüsslich reinzieht, der ist mit Verlaub moralisch angeschlagen.“

Das sagt die Figur

Angst, dass sie wegen der Darstellung einer islamfeindlich wirkenden Figur juristisch belangt werden könne, hat Lisa Eckhart nicht: „Nein, das sage ja nicht ich, sondern eine Figur. Die sagt auch noch Schlimmeres dieser Art. Es darf ja in der Literatur hoffentlich noch rassistische Figuren geben. Es wäre geradezu absurd, diese zu verbieten, wo sie doch angeblich überall lauern. Wenn ein Buch authentisch – ein schreckliches Wort! – sein soll, dann muss es diese rassistische Gesellschaft abbilden, die manche gern sehen wollen. In Frankreich ist das Thema ja von größerer Bedeutung. Man hätte mir Realitätsferne vorgeworfen, wenn nicht solch eine Figur vorkommen würde. Viele hätten in Zweifel gezogen, dass ich jemals in Frankreich war.“ DT/mee

Lisa Eckhart über ihren neuen Roman „Boum“. Lesen Sie das ganze Interview in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

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