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Ein Viertel aller Asylanträge in Deutschland

Mehr als 500.000 Menschen suchten im ersten Halbjahr einen Schutzstatus in der Europäischen Union. Hohe Anerkennungsquoten weiterhin bei Syrern.
Migration: Ein Viertel aller Asylanträge in Deutschland
Foto: Christoph Hardt via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Deutschland ist von einem knappen Viertel aller Asylanträge in der EU betroffen.

Mehr als eine halbe Million Anträge auf internationalen Schutz gingen im ersten Halbjahr 2024 in den EU-Staaten ein. Das entspricht etwa den Vorjahreswerten. In Deutschland sank, verglichen mit dem Vorjahr, die Zahl der Anträge um ein Fünftel, dagegen stieg die Zahl in Italien um ein Drittel an. Dennoch ist Deutschland von einem knappen Viertel aller Asylanträge in der EU betroffen: 124.000 Menschen stellten ihren Asylantrag in der ersten Jahreshälfte in Deutschland, 88.000 in Spanien und 85.000 in Italien.

Die Asylagentur der Europäischen Union (EUAA) gab am Montag bekannt, dass zwischen Anfang Januar und Ende Juni 2024 insgesamt 513.000 Asylanträge gestellt wurden. Bis Jahresende rechnet die Agentur mit einer Million. In der ersten Jahreshälfte stiegen die Anträge von Syrern im Vergleich zu 2023 um sieben Prozent auf insgesamt 71.000. Die zweitgrößte Gruppe bilden die Afghanen mit 45.000 Asylanträgen.

Nur wenige Ukraine-Flüchtlinge suchen Asyl

Auffallend ist die hohe Zahl von Lateinamerikanern, die in der EU Asyl suchen: darunter waren in der ersten Jahreshälfte 37.000 Venezolaner und 29.000 Kolumbianer. Von den 4,5 Millionen Ukrainern, die wegen des russischen Kriegs gegen ihr Heimatland in der EU vorübergehenden Schutz suchten, haben lediglich 12.000 einen Asylantrag gestellt, die Hälfte davon in Frankreich und ein Fünftel in Polen.

Weniger als die Hälfte, genau 46 Prozent, der Anträge auf internationalen Schutz wurden im ersten Halbjahr positiv beschieden, indem entweder der Flüchtlingsstatus oder subsidiärer Schutz zuerkannt wurde. Bei den Syrern liegt die Anerkennungsquote jedoch EU-weit bei 92 Prozent, bei Afghanen bei rund 65 Prozent.

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Stephan Baier

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