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Bernsteins Nase und Schlimmeres 

Der Bestsellerautor Alexander von Schönburg wundert sich in seiner „Tagesposting“-Kolumne, dass dem Schauspieler und Regisseur Bradley Cooper die Verbreitung antisemitischer Klischees vorgeworfen wird.
Müll
Foto: via imago-images.de (www.imago-images.de) | Müll in der Landschaft hätte doch mehr Skandalpotential, meint Tagespost- Kolumnist Alexander von Schönburg. Symbolbild.

So schreibt Schönburg: „Für seine Darstellung in dem auf „Netflix“ geplanten Epos über Leonard Bernstein hat sich Cooper vom Maskenbild eine Nase verpassen lassen, die der des Dirigenten ähnelt. Ein Schauspieler, der versucht, so auszusehen, wie der, den er darstellt, gilt inzwischen als Skandal. Die Grenzen, was als skandalös zu gelten hat und was nicht, verschieben sich täglich. Die Kinder Bernsteins verteidigen Cooper in dem Artikel in der „New York Times“ gegen die Vorwürfe und ich während ich das lese, frage ich mich, warum ich mit solchen Nichtnachrichten überhaupt meine Zeit verschwende.“

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Echtes Potential zum Shitstorm

In der „Davoser Zeitung“ hat Alexander von Schönburg dagegen eine regionale Geschichte entdeckt, die „im Vergleich zur läppischen Bernstein-Cooper-Story wirklich das Zeug zu einem internationalen Shitstorm hätte“. Nämlich: „Der örtliche Chef des Tourismus-Verbandes, Reto Branschi, so ist zu lesen, beschwert sich über die orthodoxen Juden, die traditionell gerne in der Region Urlaub machen. Angeblich respektieren sie die örtlichen Sitten nicht.“ Als Beispiel nennt Branschi „das achtlose Wegwerfen von Unrat in der freien Natur“. 

Schönburgs Fazit: „Das, was skandalös ist, ist nicht nur eine Frage der Zeit, sondern auch des Ortes.“ Und: Der Tourismus-Funktionär „muss froh sein, dass diese Kolumne hier nur in der „Tagespost“ erscheint und nicht in der „New York Times“, die also vermutlich nie etwas von seinem Interview erfahren werden.“ DT/mee

Alexander von Schönburg im „Tagesposting“. Lesen Sie den ganzen Text in der Ausgabe der „Tagespost“ vom 24. August 2023.

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