Paris

Europa unter Schock

Der Historiker David Engels äußert sich in einem Beitrag für "Die Tagespost" zu der Brandkatastrophe von Notre-Dame.
Verheerender Brand der Kathedrale Notre-Dame
Foto: Kamil Zihnioglu (AP) | Nach dem verheerenden Brand der Kathedrale Notre-Dame

Deutliche Worte findet der Historiker David Engels zu der Brandkatastrophe von Notre-Dame.

Ganz Europa steht unter Schock

In einem Beitrag für "Die Tagespost" schreibt Engels: "Es ist wohl kaum übertrieben zu sagen, dass ganz Europa seit Montagabend unter Schock steht. Die schrecklichen Bilder der brennenden Kathedrale im Herzen der französischen Hauptstadt, welche viele Jahrhunderte das eigentliche Herz der abendländischen Kultur darstellte, haben sich bereits unauslöschlich in das historische Bewusstsein einer ganzen Generation eingebrannt und werden wohl ebenso wie die einstürzenden 'Twin Towers' Symbol für das Ende einer Epoche sein: Dort das Ende der politischen Hegemonie der USA, hier das Ende der letzten Illusion christlicher Herrschaft über Europa. Ob analog zur Osterwoche aus dem Ende ein neuer Anfang wird?"

Die Wurzeln der Brandstiftung reichen tief

Und weiter: "Denn selbstverständlich war es Brandstiftung – wobei es letztlich einerlei ist, ob hinter der Tat jener zunehmend weitverbreitete anti-christliche Affekt steht, welcher in Frankreich seit Monaten Tag für Tag zu Anschlägen auf Gotteshäuser führt, oder vielmehr 'nur' eine sträfliche Nachlässigkeit.

Denn die wahren Wurzeln der Brandstiftung, welcher Notre Dame eigentlich zum Opfer fiel, reichen viel tiefer: nicht nur, wie Benedikt XVI. noch vor wenigen Tagen schrieb, bis zu den Umwälzungen des Zweiten Vaticanums und der 1968er, sondern bis hin zu jenen Tagen, als Religion allmählich zu einer 'Privatsache' degradiert wurde, welche bei der Bewertung gesellschaftlicher Belange nicht mehr zu zählen habe, ja eigentlich sogar dem 'Fortschritt' im Wege stehe."

DT/mee (jobo)

 

Professor David Engels zur Brandkatastrophe von Notre-Dame. – Lesen Sie den ganzen Text in der Ausgabe der "Tagespost" vom 18. April 2019.

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