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EU-Parlament: Roboter sind „elektronische Personen“

Das EU-Parlament hat sich dafür ausgesprochen, einen rechtlichen Status für Roboter in Form einer „elektronischen Person“ zu schaffen. Kritiker halten das für „unangebracht“.
Roboter
Foto: dpa | Demnächst für Schäden haftbar? EU-Parlament sieht Roboter als „Personen“.

Die Grenze zwischen Mensch und Tier ist seit einiger Zeit Gegenstand heftiger Auseinandersetzungen. Müssen wir einen Schimpansen als „Person“ betrachten? Brauchen wir besondere Rechtsnormen für Menschenaffen, die etwa Freiheitsrechte beinhalten? Die Grenze zwischen Mensch und Maschine war bislang kein rechtliches Problem – fehlte diesen doch die für Rechtssubjektivität nötige Autonomie, das Bewusstsein des Selbst.

Doch was, wenn Maschinen „selbstlernend“ sind und „autonom“ entscheiden? Was, wenn sie von dem gesteuert werden, was wir „künstliche Intelligenz“ nennen? Sind Maschinen dann nicht mindestens ebenso „Personen“ wie ein Schimpanse? Diese Überlegungen führten nun zu einem Appell der Europaabgeordneten an die EU-Kommission, langfristig einen speziellen rechtlichen Status für Roboter als „elektronischen Personen“ zu etablieren, berichtet „Heise Online“.

Nach Ansicht des EU-Parlaments soll das u.a. klären helfen, wer im Schadensfall haftet: der Mensch, der den Roboter programmierte, oder die Maschine, die sich im Rahmen ihrer „Möglichkeiten“ eben mal falsch „entschieden“ hat.

Dieser Vorstoß wird von Experten scharf kritisiert. Rund 160 europäische Sachverständige aus Forschung, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik haben einen offenen Brief an EU-Kommissionspräsident Jean Claude Juncker geschickt, in dem sie nachdrücklich davor warnen, „autonomen“, „unvorhersehbaren“ und „selbstlernenden“ Maschinen rechtlich einen Persönlichkeitsstatus zu erteilen.

Technisch gesehen überschätze eine solche Aussage die „aktuellen Fähigkeiten selbst der am weitesten fortgeschrittenen Roboter“, schreiben die Experten, darunter aus Deutschland der Würzburger Philosophieprofessor Wolfgang Schröder, der Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Georg Martius, und Ulrich Borgolte von der Fernuniversität Hagen. Sie sei mehr von Science Fiction und „ein paar sensationellen Pressemitteilungen jüngeren Datums“ geprägt als von der Realität.

Heise Online (Stefan Krempl) / DT (Josef Bordat)

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