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Ein Lern- und Lebensort mit Profil

Mittlerweile die größte Priesterausbildungsstätte im deutschen Sprachraum: Hochschule Heiligenkreuz. Von Stephan Baier
Hochschule Heiligenkreuz: Ein Lern- und Lebensort mit Profil - und Chic
Foto: Susanne Hammerle | Hochschule Heiligenkreuz: Ein Lern- und Lebensort mit Profil - und Chic.

Die vatikanische Bildungskongregation hat sich viel Zeit gelassen. Seit mehr als zwei Jahren hatte sich abgezeichnet, dass die „Philosophisch-Theologische Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz“ einen neuen Rektor brauchen würde. Vor wenigen Tagen nun gab Rom die Bestätigung zur Ernennung von Pater Wolfgang Buchmüller als Nachfolger von Pater Karl Wallner bekannt. Der 1964 in Konstanz geborene Buchmüller gehörte als Forschungsdekan schon bisher zur Leitung der Hochschule, die seit 1802 besteht und seit 2007 „päpstlichen Rechts“ ist, womit sie direkt der Bildungskongregation in Rom untersteht.

Pater Wolfgang Buchmüller: Der Lebensweg des neuen Rektors

Buchmüller hatte nach Abitur und Wehrdienst zunächst Kunstgeschichte in München studiert und mit dem Magister Artium abgeschlossen. Um genau zu sein, Mittlere und Neuere Kunstgeschichte sowie Frühchristliche und Byzantinische Kunstgeschichte. Als Kontrastprogramm zum Akademischen leistete er damals Nachtschichten in der Bahnhofsmission. 1989 trat er ins Priesterseminar der Erzdiözese München ein und begann mit dem Theologiestudium. Doch bereits 1991 wechselte er nach Heiligenkreuz: Hier trat er bei den Zisterziensern ein und setzte sein Studium an der ordenseigenen Hochschule fort, welche damals bereits die einzige Ordenshochschule Österreichs und die einzige Zisterzienserhochschule weltweit war.

1996 von Kardinal Christoph Schönborn zum Priester geweiht, absolvierte Buchmüller sein Kaplansjahr im Zisterzienserkloster Bochum-Stiepel, einem Ableger von Heiligenkreuz. 2001 promovierte er in Wien und wurde Dozent für Spirituelle Theologie und Ordensgeschichte in Heiligenkreuz. Seither war er auch verantwortlich für das zisterziensische Projekt einer Klostergründung in Sri Lanka, über dessen Erfolg er in der Vorwoche in der „Tagespost“ berichten konnte. 2007 wurde Buchmüller Vorstand des Instituts für Spirituelle Theologie und Religionswissenschaft an der Hochschule seines Klosters.

Als neuer Rektor der Hochschule tritt Pater Wolfgang Buchmüller in große Fußspuren

Es war der durch seine Vorträge, Predigten und Bestseller weithin bekannte Pater Karl Wallner, der der Hochschule ab 1999 seinen Stempel aufdrückte. Er leitete die Hochschule von 1999 bis 2007 als Dekan, dann bis 2017 als Rektor und – nachdem er am 1. Oktober 2016 das Amt des Nationaldirektors der Päpstlichen Missionswerke in Österreich angetreten hatte – zuletzt als interimistischer Rektor.

Als der dynamische Pater Karl sein Amt antrat, studierten 62 angehende Theologen an der früheren zisterziensischen Hauslehranstalt, die sich zur Hochschule gemausert hatte. Heute sind es 314, je ein Drittel aus Deutschland, Österreich und dem Rest der Welt. Mehr als 260 Absolventen sind in diesen Jahren zu Priestern geweiht worden. Von den mittlerweile 74 Lehrenden sind 15 habilitiert. 14 Dozenten gehören dem Zisterzienserstift Heiligenkreuz an.

2007 gilt als Schlüsseljahr dieser Entwicklung, die mit dem Wort „Boom“ zutreffend beschrieben ist, denn heute ist Heiligenkreuz die größte Priesterausbildungsstätte im deutschsprachigen Raum. Zwei Höhepunkte kennzeichnen das Jahr 2007: Zunächst die Anerkennung als Hochschule „päpstlichen Rechts“, wodurch Heiligenkreuz nicht länger auf die Anerkennung der Abschlüsse durch die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Wien angewiesen war. Dann, im September, der historische Besuch Papst Benedikts XVI., den Abt Gregor Henckel-Donnersmarck – keck an der Bischofskonferenz vorbei – in den Wienerwald eingeladen hatte.

DT (jobo)

Was in der Folge dieses historischen Besuchs von Papst Benedikts XVI. an der Hochschule geschah, welche baulichen Veränderungen nötig wurden und wie sich die Hochschule Heiligenkreuz heute präsentiert, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 7. Februar.

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