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Die Faszination der Ersatzreligion Sport

In der Antike wurde aus Religion Sport. Heute ist es umgekehrt: Der Sport rückt an die Stelle der Religion.
Internationale Olympische Komitee nannte den Sport einst „Religion der Muskelkraft“

Avery Brundage, von 1952 bis 1972 Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, nannte den Sport einst „Religion der Muskelkraft“ und sah in den Spielen die „Religion des 20. Jahrhunderts“, eine „eine Religion mit universalem Anspruch, die in sich die Grundwerte anderer Religionen vereinigt“. Und der langjährige FIFA-Chef Joseph Blatter nahm für seinen Sport noch mehr in Anspruch: „Fußball ist mehr als eine Religion, mehr als alle Religionen zusammen“.

Am deutlichsten wird der Charakter des Sports als Ersatzreligion tatsächlich im Fußball. Begonnen hat dies spätestens mit Hans Zimmermann, der Nationaltorwart Toni Turek in seiner Radioreportage des WM-Endspiels von 1954 kurz hintereinander „Teufelskerl“ und „Fußballgott“ nannte. Die noch nicht an die Vergötzung von Show- und Sportgrößen gewöhnte Öffentlichkeit reagierte verstört, die Kirche protestierte. Der Sender bat um Entschuldigung. Heute ist die Rede von „Fußballgöttern“ an jedem Wochenende in jedem x-beliebigen Stadion präsent. Niemand, der sich aufregte.

DT / jbj

Mehr über die Ersatzreligion Sport, die sich bei olympischen Eröffnungsfeiern ebenso ritualisiert wie in der Fankultur des Fußballs, erfahren Sie in der aktuellen Printausgabe der Tagespost.

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Hans Zimmermann Religionen Sepp Blatter

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