Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung "Queer" im Unterricht

Wie Deutschlands Schulen geschlechtliche Vielfalt vermitteln

„Queer“-Aktionspläne sind in den Bundesländern fest etabliert und geben vor, wie Schüler über sexuelle Orientierung aufgeklärt werden, schreibt die ALfA-Vorsitzende Cornelia Kaminski.
LGBT-Themen an Schulen
Foto: Jens Kalaene (dpa-Zentralbild) | In den Bundesländern seien unter Beteiligung von LGBTIQ-Gruppierungen „Queer“-Aktionspläne fest etabliert, schreibt Kaminski. Diese hätten auch Einzug in die Lehrpläne gefunden.

Wie das Konzept von geschlechtlicher Vielfalt in Deutschland bereits in der frühkindlichen Bildung und im Schulunterricht vermittelt werden soll, schildert die Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA e.V.), Cornelia Kaminski, in einem Beitrag in der kommenden Ausgabe der „Tagespost“.

Dem schützenden Einfluss der Eltern entzogen

Entgegen der biologischen Tatsachen solle in den Köpfen die Idee verankert werden, dass Geschlecht „fluid“ sei, schreibt Kaminski. „Damit muss man dort anfangen, wo Menschen in hohem Maße beeinflussbar sind: in Kindertagesstätten und Schulen, wo sie zugleich dem schützenden Einfluss der Eltern weitgehend entzogen sind.“ In den Bundesländern seien unter Beteiligung von LGBTIQ-Gruppierungen „Queer“-Aktionspläne fest etabliert. Diese hätten auch Einzug in die Lehrpläne gefunden.

Lesen Sie auch:

Kaminski nennt mehrere Beispiele, wie etwa das Bundesland Baden-Württemberg, wo an Hochschulen und Schulen die Leitperspektive „Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt“ verankert werde. Selbstverständlich gehöre eine „altersgemäße und angemessene Berücksichtigung der gesellschaftlichen Pluralität in den Schulbüchern“ zum Maßnahmenkatalog, so die ALfa-Vorsitzende.

Nur Bayern hat noch keinen Aktionsplan

In Hessen setze der Aktionsplan schon früher an und solle Fachkräfte in der Kinder- und Jugendhilfe sowie in Kitas und Schulen in die Lage versetzen „sensibilisiert und qualifiziert mit geschlechtlicher und sexueller Vielfalt umzugehen“. Einzig in Bayern gebe es bislang noch keinen „Aktionsplan gegen Queer-Feindlichkeit“, betont Kaminski. Jedoch habe der bayerische Ministerpräsident Markus Söder im März beiläufig signalisiert, dass auch er einem Queer-Aktionsplan gegenüber aufgeschlossen sei. 

Kaminski hält dem entgegen, dass es grundsätzlich nicht erlaubt sei, Schüler mit welchen Mitteln auch immer im Sinne erwünschter Meinungen zu überrumpeln und somit an der „Gewinnung eines selbständigen Urteils“ zu hindern. Was in Wissenschaft und Politik kontrovers sei, müsse auch im Unterricht kontrovers erscheinen. „Wenn unterschiedliche Standpunkte unter den Tisch fallen, Optionen unterschlagen werden, Alternativen unerörtert bleiben, ist der Weg zur Indoktrination beschritten“, zitiert Kaminski eine Leitlinie für den schulischen Unterricht. 

Lesen Sie den ausführlichen Beitrag der ALfA-Vorsitzenden Cornelia Kaminski in der kommenden Ausgabe der "Tagespost".

Themen & Autoren
Vorabmeldung Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V. Markus Söder

Weitere Artikel

Proteste und massive Einkommensverluste zeigen Reformbedarf beim neuen Vertrag. Doch auf Bundesebene bleibt eine konkrete Lösung bislang aus.
07.02.2026, 09 Uhr
Dorothea Schmidt
Die DBK veröffentlicht ein bemerkenswert klares Dokument zur Rentendiskussion – bewusst, nachdem die Entscheidung im Bundestag gefallen ist.
13.12.2025, 11 Uhr
Jakob Ranke
Reformforderungen, Presseähnlichkeit, Höcke-Drohung? Das verbirgt sich hinter der Debatte über die Medienstaatsverträge der Bundesländer.
12.12.2025, 09 Uhr
Patrick Peters

Kirche

Peter Kohlgraf ist „gerne Bischof von Mainz“, könnte sich aber wohl auch den DBK-Vorsitz vorstellen. Zumindest geizt er vor der Wahl nicht mit geschickten Positionsbestimmungen.
13.02.2026, 15 Uhr
Jakob Ranke
Nach Treffen zwischen Fernández und Pagliarani lässt der Vatikan verlauten: Bischofsweihen würden ins Schisma führen. Stattdessen soll ein Dialog theologische Differenzen klären.
12.02.2026, 15 Uhr
Guido Horst
Johannes Hartl hat theologische Ansätze kritisiert, die überlieferte Glaubenswahrheiten relativieren. Warum Hartl recht und seine Kritiker unrecht haben.
12.02.2026, 11 Uhr
Sebastian Ostritsch