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Tabus in der Bildungsdebatte

Mangelnde Migration und bildungsoptimistisches Gleichheitsdenken belasteten Schulen, so Josef Kraus.
Lehrer am Limit: Josef Kraus fordert einen ehrlichen Blick auf Faktoren des Bildungsnotstands.
Foto: Sebastian Kahnert (dpa) | Lehrer am Limit: Josef Kraus fordert einen ehrlichen Blick auf Faktoren des Bildungsnotstands.

Laut Josef Kraus, dem ehemaligen Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes, prägen zwei Tabus die Bildungs- und Arbeitsmarktdebatte in Deutschland. „Dass Menschen unterschiedlich und nicht zu allem gleich begabt sind, passt nicht in das in Deutschland flächendeckend herrschende bildungsoptimistische Gleichheitsdenken.“ Gleichzeitig sei es verpönt darauf hinzuweisen, dass dort, „wo vermehrte Migration auf ein Schulsystem trifft, das seine eigenen Ansprüche an die schulische Leistung nicht nachdrücklich einfordert", das Bildungsniveau sinke. Die Begründung des Leistungsverfalls mit „Corona“ sei, so Kraus, ein bildungspolitisches Ablenkungsmanöver. Auch wenn die Pandemie laut Kraus nicht spurlos an der Schulbildung und der kindlichen Psyche vorbeigehen konnte.

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Schulen brauchen Unterstützung durch Politik

Migration alleine sei nicht das Problem. Migrationskinder der zweiten Generation wiesen zum Beispiel in Kanada, den USA und Australien gleich gute oder sogar leicht bessere Pisa-Ergebnisse aus als Kinder ohne Migrationshintergrund. Dabei handele es sich laut Kraus nicht um eine Leistung der Schulen, sondern um das Ergebnis ihrer Migrations- und Integrationspolitik. Deshalb könnten auch Schule, Berufsschule und Ausbildungsbetriebe allein das Problem einer mangelnden Integration nicht lösen: Sie bräuchten Unterstützung durch die Politik. DT/sdu

Den ganzen Artikel von Josef Kraus finden Sie in der kommenden Ausgabe der „Tagespost“.

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