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Angst schnürt die Kehle zu

Johannes Hartl schreibt über die Corona-Krise und Pessimismus. Der Leiter des Gebetshauses in Augsburg entlarvt den Pessimismus.
Johannes Hartl auf der MEHR
Foto: MEHR | Johannes Hartl, hier bei einem Vortrag auf der MEHR- Konferenz, schreibt im aktuellen Tagesposting über Pessimisten.

Der bekannte Leiter des Augsburger Gebetshauses Johannes Hartl zieht in einem Gastbeitrag für die katholische „Tagespost“ eine erste Bilanz der Coronkrise: „Wir alle werden, so sie denn schließlich vorbei sein wird, aus der Coronakrise etwas gelernt haben. Eine meiner persönlichen Lektionen lautet: ich werde noch weniger auf Pessimisten hören. Und ich hoffe, dass wir Pessimismus als das erkennen, was er ist: Feigheit.“

Verharmloser werden streng gescholten

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Hartl erläutert seine Sicht: „Was gab es alles für Aussagen im März, April und Mai. Dass, auch mit den schärfsten Auflagen, schließlich jeder jemanden kennen würde, der an Corona verstorben ist. Dass die Welt niemals wieder so werden würde, wie sie einmal war. Nein, ich gehörte niemals zu jenen, die Corona für eine Verschwörung hielten oder nicht ernst nahmen. Doch die Leichtfertigkeit, mit der negative Prognosen öffentlich ausgesprochen werden, macht mich nachdenklich. Wer bewusst schwarzmalt, wählt den bequemen Weg. Im überlegen-abgeklärten Gestus wirkt seine düstere Prognose erwachsen erhaben über den naiven anderen, die sich schon noch wundern werden. Wird es wirklich schlimm, so hat der Pessimist es ja schon immer gesagt. Die Verharmloser werden einer strengen Schelte unterzogen, sie hätten die Signale nicht ernst genommen. Wird es nicht so schlimm, hört man von Pessimisten selten Entschuldigung. Denn lieber einmal zu viel gewarnt.“

Angst verpestet das Klima

Hartl weiter: „Und im Klima der allgemeinen Dankbarkeit, dass es so schlimm nicht gekommen ist, vergisst man jene, die das Klima vorher vergiftet haben. Denn ja, Angst verpestet das Klima. Angst schnürt die Kehle zu.“ Gab es in der Coronakrise düstere Aussichten von Prof. Drosten und etwas hoffnungsvollere von Prof. Streeck, hörte man medial mehr Drosten. Waren die Zahlen vom RKI negativer als die vom Helmholtz-Institut, wurden jene vom RKI zitiert. Wer sich vor Nicht-Wissenschaftlern öffentlich äußert, übernimmt Verantwortung für die Art und Weise, wie seine Äußerung auch von jenen verstanden wird, die sich nicht in die Forschungsliteratur einlesen. Niemand weiß, wann und ob eine zweite Welle kommt. Doch ich habe sie nicht vergessen, die beinahe wollüstigen Prognosen, man werde sich noch wundern, wie zwei Wochen nach Ostern die Zahlen nach oben schnellen würden.“

 

DT/mee

  

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