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Sarah: „Aktivismus zerstört das innere Leben“

Massenandrang zur Messe mit Kardinal Robert Sarah in Budapest – Der emeritierte Liturgiepräfekt bewirbt die eucharistische Anbetung.
Kardinal Robert Sarah  bewirbt die eucharistische Anbetung.
Foto: KNA | Kardinal Sarah appellierte an die Gläubigen, die Eucharistie ins Zentrum ihres Lebens zu stellen.

Großer Beliebtheit erfreut sich in Ungarn offenbar der jüngst emeritierte Präfekt der vatikanischen Liturgiekongregation, Kardinal Robert Sarah. Obwohl im Rahmen des Internationalen Eucharistischen Kongresses (IEC) am Mittwochabend in Budapest zwölf Heilige Messen angeboten wurden und Sarah in der abgelegenen, schwer erreichbaren Vorort-Kirche „Zu den heiligen Engeln“ zelebrierte, strömten vor allem viele Ungarn hierher. Nicht nur die Neubaukirche, auch der Vorplatz war überfüllt, als Kardinal Sarah, flankiert von drei konzelebrierenden Bischöfe, in die Kirche einzog.

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Sarah kritisiert Fixiertheit auf das Materielle

Der afrikanische Kurienkardinal kritisierte in seiner Predigt, dass viele Menschen heute ganz auf das Materielle fixiert seien und lebten, als ob es Gott nicht gebe. Ohne Gott sei aber das Leben selbst in Gefahr; ein Fortschritt, der Gott ausschließt, führe nie zu einer wirklichen Entwicklung. Wahre Freiheit erreiche der Mensch in der Anerkennung Gott.

Kardinal Sarah appellierte an die Gläubigen, die Eucharistie ins Zentrum ihres Lebens zu stellen. In demütiger Anbetung niederzuknien entspreche angesichts der Herrlichkeit Gott der Würde des Menschen. „In der Stille geben wir Gott die Gelegenheit, zu unserem Herzen zu sprechen.“ Der moderne Mensch meine, keine Zeit für das Gebet zu haben und stürze sich in einen Aktivismus, der jedoch das innere Leben zerstöre. Kardinal Sarah meinte, die Corona-Pandemie habe viele Menschen gelehrt, wie wichtig die Stille und das persönliche Gebet sind.

Das Wochenende zum Erlebnis machen

Der in Baltimore (Maryland/USA) tätige Monsignore Michael White, der als Mitautor des Buches „Rebuilt“ berühmt wurde, erklärte auf dem IEC in Budapest am Mittwoch, wie seine Pfarrgemeinde vor Corona die Zahl der Gottesdienstbesucher verdreifachen konnte. „Gott hat das Wachstum unserer Gemeinde gesegnet.“ Seine Strategie ziele vor allem auf die Außenstehenden, die nicht den kirchlichen Insiderblick haben.

White sagte: „Wir möchten das Wochenende zu einem Erlebnis machen. Das Wochenende ist der Sinn des Ganzen, die beste Gelegenheit, Menschen zu beeinflussen.“ Der Priester und Bestsellerautor verglich den Messbesuch mit einem Abendessen im Restaurant: Entscheidend sei hier die Qualität des Essens, die Freundlichkeit des Personals und die angenehme Atmosphäre. Bei ihm beginne die Gastfreundschaft bereits mit der Begrüßung auf dem Parkplatz.
Am wichtigsten sei nach seiner Erfahrung die Musik, so White: „Musik kann ein Transportmittel sein, das die Teilnehmer auf die Reise zu Gott mitnimmt.“ Hier müsse man in die richtigen Menschen investieren. „Wenn wir es uns leisten können, sollten wir professionelle Musiker engagieren.“ Von den bisherigen Kirchgängern erwartet er, dass sie sich zu ihrer Jüngerschaft bekennen.  DT/sba

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