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Kommentar um "5 vor 12": Unser Herr, seine Kirche

Strukturfragen gegen geistliche Erneuerung und Hinwendung zum Herrn, unsere oder Seine Kirche: der Synodale Weg hat die Wahl.
Eröffnungsgottesdienst Synodalversammlung Frankfurt
Foto: Andreas Arnold (dpa) | Schon zu Beginn der ersten Synodalversammlung wurde die Spannbreite deutlich, die die Kirche in Deutschland umfasst und die sie hoffentlich nicht irgendwann zerreißt.

Der Synodale Weg ist eröffnet - und hat schon zu Beginn die Spannbreite deutlich gemacht, die die Kirche in Deutschland umfasst und die sie hoffentlich nicht irgendwann zerreißt.

Floskel "unsere Kirche" ist Teil des Problems

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Nach der Eröffnungsmesse am Donnerstagabend im Frankfurter Bartholomäusdom sah die Choreografie Zeugnisse vor. Michaela Labudda vom Bundesverband der GemeindereferentInnen trug vor, dass sie „trotzdem“ in der Kirche sei. Trotz der Glaswand, gegen die sie als engagierte Christin laufe, trotz einer lehramtlichen Meinung, die viel zu oft im Widerspruch stehe zu dem, was sie die freiheitliche Demokratie lehre. Dass sie hoffe, irgendwann „weil“ sagen zu können. Und so weiter. Viel Kopfnicken bei etlichen Teilnehmern. Ernsthaft?

Es ist wahr, dass man an der Kirche leiden kann - große Heilige wie Pater Pio erlebten ungerechte Behandlung durch den Vatikan über Jahre. Nie aber wäre er auch nur eine Sekunde um die Antwort verlegen gewesen, hätte man ihn gefragt, warum er in der Kirche ist. Weil es Seine, nicht „unsere“ Kirche ist. Die Floskel von „unserer Kirche“, die durch die ersten Wortmeldungen auf dem Synodalen Weg geisterte, ist schon Teil des Problems.

Kontrapunkt von Bischof Oster

Einen schon sprachlich überzeugenden, weil von Pastoraljargon freien Kontrapunkt setzte Passaus Bischof Oster. „Ich sehe für den Synodalen Weg die Gefahr der Konzentration auf strukturelle Änderungen“, gab er zu bedenken. Seine Hoffnung sei, dass auf diesem Weg auch die Anwesenheit unseres Herrn spürbar werde.

Labudda oder Oster, Strukturfragen gegen geistliche Erneuerung und Hinwendung zum Herrn, unsere oder Seine Kirche: der Synodale Weg hat die Wahl.

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