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Kommentar um "5 vor 12": Betroffenes Schweigen

Nach der Synodalversammlung haben sich einige Bischöfe zu Wort gemeldet, von anderen hört man nichts. Warum?
Synodalversammlung in Frankfurt am Main
Foto: Synodaler Weg/Nadine Malzkorn | Die erste Synodalversammlung sorgt für eine geteiltes Echo. Einige Bischöfe haben sich mit ihrer Einschätzung öffentlich zu Wort gemeldet. Andere halten sich bedeckt.

Stellung zu beziehen, gehört zum Beruf und zur Berufung eines Bischofs. Das Lehren gehört wie das Leiten und Heiligen zum Charisma des Amtes. Sich öffentlich zu Wort zu melden, hat untrennbar damit zu tun. Verkündigen ist bischöfliche Kernkompetenz.

Doch gerade jetzt wirkt manches anders. Zwar haben sich nach der Vollversammlung des Synodalen Weges inzwischen einige Oberhirten zu Wort gemeldet. Doch viele andere halten sich bedeckt. Nicht jeder Bischof dürfte ein eingeschworener Fan oder entschiedener Gegner des Synodalen Weges sein. Da wirkt solches Schweigen auffallend. Wer vielleicht verhalten kritisch oder vorsichtig optimistisch auf den Synodalen Weg schaut, hätte doch auch etwas zu sagen. Doch da kommt wenig.

Sitzt den Hirten der Schrecken in den Knochen?

Das muss einen Grund haben. Sitzt den Hirten der Schrecken in den Knochen, was für einen Geist man da aus der Flasche gelassen hat? Bischöfe ziehen in Zivil neben Laien in die Kirche ein. Sowas will ein Katholik eigentlich gar nicht sehen. Die Sitzordnung in der Versammlung ist basisdemokratischer als in einem Parlament. Deutlicher hätte man nicht zeigen können, dass der Synodale Weg auch ein Angriff auf die hierarchische Verfassung der Kirche ist. Eine andere Ekklesiologie macht sich darin breit. Nach der Vollversammlung setzt sich fort, was sich während der Sitzungen schon zeigte. Viele Bischöfe hüllen sich in Schweigen. Es hört sich an wie betroffenes Schweigen. 

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Peter Winnemöller Bischof Ekklesiologie Katholikinnen und Katholiken Kirchen und Hauptorganisationen einzelner Religionen

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