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Klöster in Bayern sterben

Auch in Bayern sterben die Klöster. Fehlende Neueintritte machen Klosteranlagen überflüssig. Die Gemeinschaften überaltern .
Innenhof Kloster Beuerberg bei Wolfratshausen
Foto: imago stock and people | Innenhof des Klosters Beuerberg bei Wolfratshausen.

„Das Klostersterben in Bayern wird nicht aufhören“, urteilt Ralf Olbrück, Geschäftsführer der Pro Secur GmbH, die sich auf die Veräußerung und Verkleinerung von Klostergebäuden spezialisiert hat. In den letzten zehn Jahren wurden Kloster Beuerberg bei Wolfratshausen und Kloster Schlehdorf bei Kochel aufgelöst. Auch die Missionsbenediktinerinnen in Bernried am Starnberger See haben sich nun entschieden, nach 900 Jahren Bestehen ihr 30 000 Quadratmeter großes Area mit blickgeschütztem Seezugang und Barockanlagen zu veräußern. Argumentiert wird gern mit dem Nutzenaspekt, insbesondere der finanziellen Absicherung der noch lebenden Ordensmitglieder.

Nachwuchs fehlt

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Nachdem aufgrund der fehlenden Neueintritte bei den Orden, die nicht mehr benötigten Niederlassungen einzelner Ordensgemeinschaften in Deutschland abgegeben worden seien, habe ProSecur es in jüngster Zeit vermehrt mit den verbliebenen Mutterhäusern zu tun, erläuterte Olbrück gegenüber der Tagespost. „Der Verkaufserlös wird in aller Regel in die Rücklage der Altersversorgung der Ordensmitglieder eigestellt und sichert diese. Durch die anhaltende Überalterung und Pflegebedürftigkeit der Ordensmitglieder werden hier zukünftig erhebliche Beträge seitens der Gemeinschaften aufgewandt werden müssen. Aber auch die Region kann profitieren, wenn insoweit eine passende Nachnutzung und auch ein passender Investor gefunden wurde.“

Das „Klostersterben“ betrachtet der Geschäftsführer eher als ein europäisches Phänomen: „Unsere Gesellschaft aber in Europa unseres Wissens nach die Einzige, die in der Kombination der Bereiche Vermögensberatung und Immobilienbetreuung gleichzeitig, und dabei nur für Ordensgemeinschaften und caritative Einrichtungen, tätig ist.“ DT/reg

 

 

Mehr über das Klostersterben in Bayern lesen Sie in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

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