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Kasper: Mehrheit der Gläubigen will „Alte Messe“ nicht

Viele Anhänger der „Alte Messe“ würden damit ihre Ablehnung des Zweiten Vatikanischen Konzils ausdrücken, meint Kardinal Walter Kasper. So werde die Spaltung befördert. Doch Kasper warnt auch die progressive Seite.
Kardinal Kasper meinte, dass viele Anhänger der „Alte Messe“ ihre Ablehnung des Zweiten Vatikanischen Konzils ausdrücken würden
Foto: Bernd von Jutrczenka (dpa)

Nach Ansicht des emeritierten deutschen Kurienkardinals Walter Kasper ist eine „überwältigende Mehrheit der Gläubigen“ gegen die außerordentliche Form des römischen Ritus. In einer kurzen Stellungnahme gegenüber der US-Zeitschrift „National Catholic Register“ erklärte der 88-Jährige, der als Vertrauter von Papst Franziskus gilt, dass die allermeisten Gemeindemitglieder die Messe in ihrer jeweiligen Muttersprache zelebrieren wollten. 

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Nur lateinische Messe wahrhaft katholisch?

Auch wenn er die genauen Ergebnisse der von Franziskus durchgeführten Umfrage zur „Alten Messe“ nicht kenne, habe der Papst daraus offenbar die Information erhalten, dass manche nur die „alte lateinische Messe“ für wahrhaft katholisch und orthodox halten würden. „Sie nutzen diese Position, um das Zweite Vatikanische Konzil insgesamt mehr oder weniger abzulehnen“, so Kasper.

Die „gute Absicht“ des emeritierten Papstes Benedikt XVI., der mit seinem Motu proprio „Summorum pontificum“ die Koexistenz von außerordentlicher und ordentlicher Form des Ritus ermöglicht hatte, würde so ins Gegenteil verkehrt. Was eigentlich zur Versöhnung beitragen sollte, so Kasper, befördere die Spaltung, „die am innersten Kern der Einheit der Kirche rüttelt“. Darüber seien viele Katholiken empört.  

Kasper betonte auch, er selbst könne keinen Bruch zwischen der im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils beschlossenen Liturgiereform und dem tridentinischen Ritus erkennen. „Die Kontinuität wird deutlich, wenn man sich vor Augen führt, dass jeder Priester die Freiheit hat, das eucharistische Hochgebet des römischen Ritus zu verwenden.“ Er selbst und auch Papst Franziskus würden dies tun. Kasper wörtlich: „Das Herz der sogenannten ,alten Messe‘ ist auch in der sogenannten ,neuen Messe‘ bewahrt.“

Kasper übt Kritik am deutschen Synodalen Weg

Gleichzeitig räumte der emeritierte Kurienkardinal gegenüber dem „National Catholic Register“ ein, dass auch von progressiver Seite Gefahren für die Einheit der Kirche ausgingen. Er sei „kein Freund mancher Absichten des Synodalen Wegs in Deutschland“. Jedoch hätte sich Papst Franziskus bereits sehr deutlich zu einigen „irrtümlichen Positionen“ hinsichtlich dem Zölibat, dem Frauenpriestertum, der Interkommunion oder den Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare geäußert. „So weit ich weiß will kein Bischof irgendeinen schismatischen Akt, und es gibt eine allmählich wachsende Zahl in der Bischofskonferenz, die sich dem widersetzen“, betonte Kasper.

Daher hoffe er auf „vernünftige Lösungen und Reformen“, die nur auf Grundlage des bezeugten katholischen Glaubens, „insbesondere gemäß dem Zweiten Vatikanischen Konzil“, möglich seien.  

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