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Kardinal Kasper: Benedikt hat für Küng gebetet

Der gestern verstorbene Theologe Hans Küng soll sich vor seinem Tod mit der Kirche ausgesöhnt haben, meint der emeritierte deutsche Kurienardinal Walter Kasper. Auch Benedikt XVI. habe von Küngs Verfassung gewusst und für ihn gebetet.
Theologe Hans Küng verstorben
Foto: Weißbrod;Nietfeld (dpa) | Wie Kardinal Kasper gegenüber der italienischen Zeitung "Corriere della Sera" (Mittwoch) erklärte, soll der emeritierte Papst Benedikt XVI. für Küng gebetet haben.

Der am Dienstag verstorbene Theologe Hans Küng hat sich nach Darstellung des emeritierten deutschen Kurienkardinals Walter Kasper vor seinem Tod mit der Kirche ausgesöhnt. Wie Kasper gegenüber der italienischen Zeitung "Corriere della Sera" (Mittwoch) erklärte, soll der emeritierte Papst Benedikt XVI. für Küng gebetet haben. 

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Segenswünsche von Papst Franziskus

Zudem habe Papst Franziskus vergangenen Sommer, als Küng bereits sehr geschwächt war, durch Kasper Grüße und Segenswünsche überbringen lassen. "Hans hat sich darüber sehr gefreut, es war wichtig für ihn", sagte Kasper. "Der Papst trug mir auf, ihm seine Grüße und seine Segenswünsche 'in christlicher Gemeinschaft' zu überbringen." Küng habe sich "in Frieden mit der Kirche und mit Franziskus" gefühlt, "eine Art Versöhnung", sagte der Kardinal.

Kasper würdigte Küng, dem der Vatikan 1979 die Lehrerlaubnis entzogen hatte,  mit den Worten, er habe als Theologe mit einer für alle verständlichen Sprache "vielen geholfen, zum Glauben zu finden oder in der Kirche zu bleiben".

Kasper kannte Küng seit Ende der 1950er-Jahre und arbeitete bei ihm in den 1960ern als wissenschaftlicher Assistent in Tübingen. "Wir hatten unterschiedliche Standpunkte, aber wir sind immer in Kontakt geblieben", sagte der Dogmatiker und spätere Präsident des Päpstlichen Rats für die Einheit der Christen über seinen fünf Jahre älteren früheren akademischen Lehrer.

"Harter Kritiker, manchmal auch ungerecht"

Der Kardinal nannte Küng einen "harten Kritiker, manchmal auch ungerecht". Küng sei jedoch "in der Tiefe seines Herzens immer ein Mann der Kirche und in der Kirche" geblieben. Nie habe er daran gedacht, die Kirche zu verlassen. "Seine Absicht war, sein Bestes für die Kirche zu tun, von innen. Er hat sich immer als Christ und als Katholik gefühlt", sagte Kasper.

Zur Forderung einer formellen Rehabilitierung Küngs, dem die Glaubenskongregation 1979 die kirchliche Lehrerlaubnis entzog, sagte Kasper: "Das hat keinen Sinn, wenn man stirbt, macht man keine Verfahren, uns erwartet ein anderes Gericht."  DT/mlu/KAP

Lesen Sie einen Nachruf auf den verstorbenen Schweizer Theologen Hans Küng in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

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