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Hoffnungslosigkeit in der Ukraine

Mehr als 1.000 Tage nach Kriegsausbruch sei die ukrainische Zivilbevölkerung „apathisch und desillusioniert“, erklärt ein brasilianischer Gastpriester gegenüber „Kirche in Not“.
Anbetung im Luftschutzbunker Ukraine
Foto: Kirche in Not | Eucharistische Anbetung im Luftschutzbunker: Für die ukrainische Bevölkerung ist der lebensgefährliche Alltag zur Normalität geworden.

Sirenengeheul und Raketendetonationen beim Aufwachen, steigende Preise im Handel: Der russische Angriffskrieg hat vor über einem Jahr begonnen, und die Ukrainer seien „müde, ausgelaugt und hoffnungslos“. Das schilderte der brasilianische Priester Pater Lucas Perozzi gegenüber „Kirche in Not“ (ACN), wie das katholische Hilfswerk am Montag in einer Pressemitteilung bekannt gegeben hat.

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Trotz der ständigen Gefahr hätten sich die Menschen ihrem Schicksal ergeben. „Früher rannten wir bei jeder Sirene in den Bunker, aber das tun wir jetzt nicht mehr. Wenn unsere Stunde gekommen ist, ist sie gekommen“, so Perozzi wörtlich. Er selber wolle das Land, in dem er als Gastpriester in Kiew wirkt, nicht verlassen. Die Menschen bräuchten jetzt Hoffnung und die Nähe Gottes. So lange er lebe, sei er berufen, das Evangelium zu verkünden.

Anhaltende Lebensgefahr

Der Alltag sei lebensgefährlich. Ein nächtlicher Drohnenangriff hätte ihm kürzlich beim Spazierengehen fast das Leben gekostet, berichtet der Ordensmann. Viele Menschen, deren Angehörige gestorben sind oder die an der Front waren, seien traumatisiert. „Die Arbeit mit traumatisierten Menschen ist ein neues Feld für uns und sehr herausfordernd“, so der Brasilianer. Ihre Betreuung müsse „fachlich gut“ sein und erfordere eine spezielle Ausbildung – die von „Kirche in Not“ finanziert werde.

Auch Kinder litten stark unter der „andauernden Belastung“ und seien aggressiver als gewohnt. Ein Lichtblick seien die Feriencamps – ebenfalls finanziert durch „Kirche in Not“ – welche fast jede Pfarrei im Sommer angeboten habe. „Die Kinder leben in einem permanenten Alarmzustand“, so Perozzi. Eine unschätzbare Hilfe sei es darum, ihnen Ruhe und Erholung bieten zu können: in den Bergen, weitab von Luftangriffen und Sirenen.

Der russische Angriffskrieg hat laut dem UN-Hochkommissariats für Menschenrechte (OHCHR) bis Ende September dieses Jahres an die 12.000 Todesopfer in der ukrainischen Zivilbevölkerung gefordert, darunter mindestens 650 Kinder. Die Anzahl der Verletzten ist mehr als doppelt so hoch.

DT/elih

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