Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Dritte Amtszeit

Bischof Voderholzer: Bedeutung des Synodalen Wegs nicht zu hoch veranschlagen

Der Regensburger Bischof ist zum dritten Mal ins Glaubensdikasterium berufen worden. Seine Kritik am Synodalen Weg habe der Verlängerung seines Mandates nicht geschadet.
Rudolf Voderholzer, Bischof von Regensburg, am 21. Juli 2016 in Regensburg.
Foto: Maria Irl (KNA) | Rudolf Voderholzer, Bischof von Regensburg, am 21. Juli 2016 in Regensburg.

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer ist zu einer dritten Amtszeit als Mitglied des Glaubensdikasteriums berufen worden. Im Interview für das Bistumsblatt „Katholische SonntagsZeitung“ spricht Voderholzer über seine Wiederberufung und die Arbeit des Dikasteriums. Ob die Verlängerung seiner Amtszeit ein „Signal in der Diskussion um Synodalität und Synodalen Weg in Deutschland“ sei, konnte der wiederholte Kritiker des Synodalen Weges in Deutschland nach eigener Aussage nicht beantworten. Man solle „die Bedeutung des deutschen Synodalen Wegs nicht zu hoch veranschlagen“, so Voderholzer. Schon 2014 und 2019 sei er „ohne diesen Hintergrund berufen“ worden, habe aber seitdem seine Einschätzung auch in Rom freimütig kundgetan: „Das hat offensichtlich der Verlängerung meines Mandats nicht geschadet.“

Säkularisierung betrifft alle Konfessionen

Das Dikasterium versuche laut Voderholzer, den Säkularisierungstendenzen der Gesellschaft entgegenzuwirken. Der „dogmatische Antidogmatismus von Teilen der säkularen Gesellschaft“ nehme er selbst teilweise als „sehr amüsant“ wahr, ebenso „wie die mit größter Leidenschaft behauptete Wahrheitsunfähigkeit des Menschen.“ Doch der Anspruch auf die Wahrheit der christlichen Botschaft sei „nicht ein angemaßter, sondern entspricht dem demütigen Bekenntnis zu Jesus dem Herrn“, so Voderholzer.

Dass besonders die katholische Kirche von der  Säkularisierung betroffen sei, sehe er so nicht: „Die Säkularisierung, verbunden mit einer Individualisierung der Glaubenseinstellung betrifft alle Konfessionen.“ Auch die unterschiedlichsten Arten der Reaktion darauf – „durch strukturelle Änderungen oder Anpassung – haben offensichtlich keine Auswirkung“, erklärte Bischof Voderholzer. Das Dikasterium und die Kirche müsse sich daher auf ihre Kernaufgabe konzentrieren, den Glauben froh und würdig zu feiern und zu verkünden. Der Mensch sei  „von Natur aus religiös“ und sehe sich vor die letzten Fragen und damit auch vor die Gottesfrage gestellt, was sich, so zeigt sich Voderholzer überzeugt, auch empirisch nicht widerlegen lasse.

Lesen Sie auch:

Die Verkündigung des wahren Glaubens habe auch bei den vergangenen Dokumenten aus dem Glaubensdikasterium im Zentrum gestanden. Das römische Dokument über das christliche Menschenbild, „Dignitas infinita“, habe von einem längeren Entstehungsprozess profitiert und so zu „einem sehr guten Ergebnis geführt“, erklärte der Regensburger Bischof. Bei der Ausarbeitung von „Fiducia supplicans“, dem Dokument über die Segnung von Paaren in irregulären Beziehungen, sei das Dikasterium, so der Bischof, hingegen nicht einbezogen worden. Dies sei auch bei der letzten Vollversammlung kritisch vorgebracht worden. Trotzdem stehe Voderholzer auch hinter diesem Text.

Kenner dreier Präfekten

Ebenso verlor Voderholzer in dem Interview positive Worte über die drei Präfekten des Dikasteriums, die er erlebte. Er lobte das Vorgehen seine Lehrers und Doktorvaters Kardinal Müller mit „phänomenalen Wissen, klarem analytischen Verstand und tiefer Verwurzelung im Glauben“. Sein Denken und seine Art „liegen mir vor dem Hintergrund der deutschen Universitätstheologie auch am nächsten“, erklärte Voderholzer.

Auch Kardinal Ladaria schätze er „wegen seiner profunden patristischen Kenntnisse und seiner väterlichen Art“. An den „Vorgängen in Deutschland“ sei er „immer äußerst interessiert“ gewesen, habe aber auch seine Sorge darüber geäußert. In Kardinal Fernández, den er erst kürzlich besser kennenlernen konnte, bewundere er „seine Schaffenskraft, seine ruhige und durch nichts zu erschütternde klare Linie“. Anlass des Interviews war die bereits zweite Verlängerung der Mitgliedschaft Voderholzers im Dikasterium für die Glaubenslehre für weitere fünf Jahre, die Mitte Mai bekannt gegeben worden war. DT/jmo

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Bischof Kardinäle Luis Ladaria Rudolf Voderholzer Synodaler Weg Säkularisation

Weitere Artikel

Thommy Schott ist mehr als ein Anwalt. Der fünffache Familienvater setzt sich mit seinem Verein Pro Fide Ecclesiae auch für seinen Glauben ein.
24.07.2026, 09 Uhr
Regina Einig
Katholische Initiativen drängen auf Umsetzung der im Rahmen der Synodalversammlungen gefassten Beschlüsse. Gleichzeitig blicken sie mit Sorge auf die Zukunft des Synodalen Weges.
27.01.2026, 15 Uhr
Dorothea Schmidt
Was als zwangloser Treffpunkt begann, zieht inzwischen Dutzende junge Menschen an: In Berlin-Schöneberg entsteht fernab kirchlicher Strukturen ein katholisches Netzwerk.
02.08.2026, 15 Uhr
José García

Kirche

Nach 16 Jahren als Abt reicht Maximilian Heim den Staffelstab weiter. Die zurückliegende Visitation des Klosters mag belastend gewesen sein, die Ergebnisse waren es nicht.
26.08.2026, 10 Uhr
Stephan Baier
Mehr als 500 Menschen feiern in Treppeln den Baufortschritt am Bernhardshof. Die Zisterzienser von Neuzelle wollen hier im kommenden Jahr einziehen.
25.08.2026, 18 Uhr
Rocco Thiede
Kein Happy-End in der Basilika? Um die zeitgenössische Formensprache ist ein Konflikt entbrannt.
24.08.2026, 18 Uhr
Angela Hörnig
Gedanken über den Weg zur Berufung und auch zum Beruf. Wir brauchen keine erschöpften Erfolgsfunktionäre.
25.08.2026, 07 Uhr
Alexander Ertl