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Papst ernennt Koadjutor für Bistum mit belastetem Bischof

Pierre-Antoine Bozo soll den wegen Vergewaltigungsvorwürfen beurlaubten Bischof des französischen Bistums La Rochelle, Georges Colomb, vertreten.
Papst Leo XIV.
Foto: Imago/Middle East Images | Papst Leo XIV. hat Pierre-Antoine Bozo zum Koadjutor des französischen Bistums La Rochelle ernannt, weil gegen den amtierenden Bischof Vergewaltigungsvorwürfe im Raum stehen.

Papst Leo XIV. hat Pierre-Antoine Bozo zum Koadjutor des französischen Bistums La Rochelle ernannt. Dies teilte der Vatikan am Dienstag mit. Gegen den amtierenden Bischof Georges Colomb wird wegen versuchter Vergewaltigung ermittelt. Die Vorwürfe stammen aus dem Jahr 2013 und beziehen sich auf seine Zeit als Oberer der Missions Etrangères de Paris (MEP). Colomb weist die Anschuldigungen eines volljährigen Mannes zurück und hat sich für die Dauer der laufenden Untersuchungen durch die Pariser Staatsanwaltschaft von seinem Amt zurückgezogen.

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Seit 2023 verwaltet der Bischof von Luçon, François Jacolin, auf päpstliches Geheiß auch das Bistum La Rochelle. Bozo war seit 2017 Bischof von Limoges. In einer Mitteilung erklärte er, er nehme die Ernennung des Papstes mit Vertrauen und Hingabe an. Am 19. Oktober soll er das neue Amt in La Rochelle antreten und die Vertretung des weiterhin beurlaubten Bischofs übernehmen.

Untersuchungen dauern an

Bischof Colomb äußerte sich in einer Mitteilung des Bistums erfreut über die Ernennung Bozos. Dieser werde „seine Talente und sein Herz in den Dienst der Gläubigen und der Mission stellen“. Dem Apostolischen Administrator Jacolin dankte er für dessen Einsatz „in aller Diskretion, mit einem offenen Ohr für alle und im Streben nach Gemeinschaft“. Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen Bischof Colomb dauern weiter an. Wann das Verfahren enden könnte ist derzeit unklar. DT/jna

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Meldung Bischöfe Leo XIV. Päpste Vergewaltigungsvorwürfe

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