Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Besuch in Budapest

Franziskus wirbt für Sprache der Nächstenliebe

In der Begegnung mit Flüchtlingen, Armen und Obdachlosen warnt der Papst in Budapest vor einem „spirituellen Egoismus“.
Papst Franziskus trifft sich mit armen Menschen und Flüchtlingen in Budapest
Foto: Darko Vojinovic (AP) | Papst Franziskus trifft sich mit armen Menschen und Flüchtlingen in der Kirche St. Elisabeth von Ungarn in Budapest. Der Papst ist zu einem dreitägigen Besuch in Ungarn.

Für eine „Sprache der Nächstenliebe“ warb Papst Franziskus am zweiten Tag seines Ungarn-Besuchs. In der Kirche der heiligen Elisabeth in Budapest begrüßte Bischöfe Antal Spányi, der Präsident der Caritas Ungarn, am Samstagvormittag den Papst und erinnert an die Arbeit der Caritas für Arme, Drogensüchtige und Behinderte. Unter den Menschen, die dem Papst ihr Lebenszeugnis öffentlich erzählen durften, war auch der Vater einer Flüchtlingsfamilie aus der Ukraine.

"Die Armen stehen im Mittelpunkt des Evangeliums“

Vor den in und vor der Kirche anwesenden Caritas-Mitarbeitern, Armen, Obdachlosen und Flüchtlingen sagte der Papst: „Die Armen stehen im Mittelpunkt des Evangeliums.“ Der Glaube dürfe nicht einem spirituellen Egoismus zum Opfer fallen, sondern müsse zu einer „Sprache der Nächstenliebe“ werden. „Wer sich an Gott bindet, der öffnet sich für den Armen“, so Franziskus in Anspielung auf die heilige Elisabeth von Thüringen, eine ungarische Königstochter. „Wir brauchen eine Kirche, die die Sprache der Nächstenliebe perfekt spricht“, so der Papst.

Lesen Sie auch:

Franziskus dankte der ungarischen Kirche für ihr engmaschiges Netz der karitativen Arbeit und die großherzige Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge. Die Gleichgültigkeit sei „eine Pest“, so der Papst. Nächstenliebe sei kein bloßer materieller Beistand, sondern kümmere sich um die Person als Ganze. „Nächstenliebe bedeutet den Mut, dem anderen in die Augen zu schauen, ihn zu berühren“, sagte der Papst in freier Rede. Man könne den Bedürftigen nicht einfach Almosen hinwerfen. Die Christen sollten „den Duft der Nächstenliebe“ in das ganze Land tragen.

Zuvor hatte György Inotay als Direktor des nach dem Seligen László Batthyány-Strattmann benannten Institut den Papst in der Behinderteneinrichtung begrüßt. Hier sangen junge Heimbewohner für den Papst und überreichten ihm kleine Geschenke. Der Papst seinerseits übergab eine Statue der Muttergottes als Knotenlöserin an die Einrichtung, in der 70 Jugendliche mit körperlichen und geistigen Behinderungen betreut werden. In einigen persönlichen Worten dankte der Papst den Kindern: „Jesus ist gekommen, die Wirklichkeit so anzunehmen, wie sie ist.“  DT/sba

Lesen Sie in der kommenden Ausgabe der Tagespost einen umfassenden Bericht über die Pastoralreise des Papstes nach Ungarn.

Themen & Autoren
Meldung Behindertenarbeit Bischof Caritas Papst Franziskus Päpste

Weitere Artikel

Heute feiert die Kirche den Gedenktag des heiligen Isidor von Madrid, Schutzpatron der Bauern. Was sind Schutzpatrone eigentlich, und was können wir mit ihnen anfangen?
15.05.2026, 13 Uhr
Magdalena Rauter
Seine solidarische Armut und seine Freude am Evangelium beeindrucken bis heute. Eine Sonderausstellung in Salzburg gibt davon inspirierend Zeugnis.
29.05.2026, 11 Uhr
Stephan Baier

Kirche

Populismus schlecht, Migration gut? Auf diese Klischees will Bischof Erik Varden sich nicht einlassen. Ein Segen!
28.09.2026, 11 Uhr
Sebastian Ostritsch
Die katholischen Bischöfe treffen sich zu ihrer traditionellen Herbstversammlung. Die Gesprächsthemen reichen von AfD bis Kirchenreformen. Gewählt werden neue Kommissionsvorsitzende.
28.09.2026, 08 Uhr
Leo XIV. ruft in Lourdes eindringlich zur Umkehr auf. Und verteidigt die Stimme der Kirche im öffentlichen Diskurs des laizistischen Frankreichs.
27.09.2026, 13 Uhr
Regina Einig