Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung 21 neue Kardinäle

Franziskus bestellt sein Haus

Mit Kardinalserhebungen am 30. September steigt die Zahl der Papstwähler auf 137.
Papst Franziskus erweitert  Kreis der zur Papstwahl berechtigten Kardinäle um 18
Foto: Andrew Medichini (AP) | In seinen dann neun Kardinalserhebungen seit 2014 wird Papst Franziskus insgesamt 142 Mal den Kardinalshut vergeben haben, davon an 113 Papstwahl-Berechtigte.

Noch vor der kommenden Bischofssynode in Rom wird Papst Franziskus den Kreis der zur Papstwahl berechtigten Kardinäle um 18 Purpurträger erweitern und damit ein mögliches Konklave auf eine Rekordzahl von 137 Teilnehmern anwachsen lassen. 120 Wahl-Kardinäle sind üblich, die Grenze wurde öfters überschritten – selten aber so deutlich wie jetzt. Der Papst scheint „sein Haus“ bestellen zu wollen. Das entsprechende Konsistorium, das Franziskus am Sonntag nach dem Gebet des „Angelus“ angekündigt hat, soll am 30. September stattfinden. In seinen dann neun Kardinalserhebungen seit 2014 wird er insgesamt 142 Mal den Kardinalshut vergeben haben, davon an 113 Papstwahl-Berechtigte.

Kuriale und zwei Diplomaten

Die vom Vatikan veröffentlichte Liste der neuen Kardinäle wird von drei Kurienpräfekten angeführt: den Erzbischöfen Robert Francis Prevost OSA vom Bischofsdikasterium, Claudio Gugerotti vom Dikasterium für die Orientalischen Kirchen, und Víctor Manuel Fernández, den soeben ernannten Präfekten des Glaubensdikasteriums. Ihnen folgen zwei Vatikandiplomaten: der Schweizer Emil Paul Tscherrig, zurzeit Apostolischer Nuntius in Italien, und Christophe Louis Yves Georges Pierre, Nuntius in den Vereinigten Staaten. 

Kardinäle für Hongkong und Jerusalem

Auch Pierbattista Pizzaballa, der lateinische Patriarch in Jerusalem, wird jetzt Kardinal. Wichtig ist auch, dass mit dem Jesuiten Chow Sau-Yan, Bischof in Hongkong, China wieder einen Kardinalssitz hat. Ebenso erhalten vier Ortskirchen in Europa Kardinäle: Łódź in Polen Erzbischof Grzegorz Rys, Madrid seinen Erzbischof José Cobo Cano, Korsika den Bischof von Ajaccio, François-Xavier Bustillo OFM, und  Lissabon seinen Weihbischof Américo Manuel Alves Aguiar.

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„Nur“ sechs weitere der neuen Kardinäle verteilen sich auf weiter entfernt liegende Weltgegenden, die so genannten Peripherien: Es sind Stephen Brislin, Erzbischof von Kapstadt, Ángel Sixto Rossi SJ, Erzbischof von Córdoba in Argentinien, Luis José Rueda Aparicio von Bogotá, Stephen Ameyu Martin Mulls, Erzbischof von Juba im Südsudan, Protase Rugambwa, Erzbischof-Koadjutor von Tabora in Tansania, und Sebastian Francis, Bischof von Penang in Malaysia. 

Ebenso erhält der Großrektor des Salesianer-Ordens, Ángel Fernández Artime, den Purpur. Für ihre Verdienste erhalten drei über 80 Jahre alten Kandidaten die Kardinalswürde: der emeritierte Nuntius Agostino Marchetto, der emeritierte Erzbischof von Cumaná in Venezuela, sowie Pater Luis Pascal Dri OFM, Seelsorger im Heiligtum Unserer Lieben Frau von Pompei in Buenos Aires, der als Beichtvater von Jorge Mario Bergoglio gilt.

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