Vatikan

Festakt für Joseph Ratzinger in München

Festliche Geburtstagsfeier. Im Rahmen einer festlichen Matinee für Benedikt XVI. ehrten Stiftung und Institut den emeritierten Papst zu seinem 95. Geburtstag. 
Benedikt XVI. und Erzbischof Gänswein
Foto: Vatican Media | Unter anderem viele Leser dieser Zeitung hatten Benedikt XVI. auf der Website www.BenedictusXVI.org gratuliert haben. Auch zum Festakt in München war der Papa emerito über EWTN als Zuschauer zugeschaltet.

Die Joseph Ratzinger / Papst Benedikt XVI.-Stiftung veranstaltete anlässlich des 95. Geburtstags von Joseph Ratzinger / Papst em. Benedikt XVI. einen Festakt im Hubertussaal von Schloss Nymphenburg in München.  Wegen coronabedingter Einschränkungen konnte der Festakt erst jetzt stattfinden. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Institut Papst Benedikt XVI. statt. Nach einer Begrüßung der Gäste durch Achim Buckenmaier von der Stiftung erfolgte eine Begrüßung durch Christoph Schaller vom Institut Papst Benedikt XVI. Beide würdigten den Jubilar, zu dessen Ehren die Matinee stattfand, als einen der größten Denker des vergangenen und aktuellen Jahrhunderts. Schaller betonte dabei besonders die Begabung Ratzingers den Zusammenhang von Glaube und Vernunft anschaulich zu machen.

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Grußworte von zwei Erzbischöfen

Es folgten Grußworte der Erzbischöfe Nikolai Eterović und Georg Gänswein. Erzbischof Eterović betonte, es sei stets das Anliegen des emeritierten Papstes, den Menschen zu den Quellen des Heils zu führen, die uns Jesus Christus erschlossen hat. Er erinnerte an seine lange Zusammenarbeit mit Papst Benedikt als Generalsekretär der Bischofssynode. Der Privatsekretär Erzbischof Georg Gänswein erinnerte daran, dass der Jubilar, der an einem Karsamstag geboren wurde, als erster Täufling mit dem neuen Osterwasser getauft wurde. Der 95. Geburtstag fand in diesem Jahr ebenfalls auf einen Karsamstag statt. Es sei, so der Erzbischof ein Hinweis auf das ganze Leben des Menschen, noch in Erwartung des wahren Osterfestes zu leben. Der Emeritus, betonte der Erzbischof, habe mit seiner Theologie die Kirche geleitet. Er stellte den engen Zusammenhang zwischen Katheder und Kathedra im Wirken des Emeritus dar.

Aufzeichnung des Festaktes


Festvortrag von Marianne Schlosser

Den Festvortrag unter dem Titel „Josef Ratzinger als Hirte und Lehrer“ hielt Marianne Schlosser,  Ratzinger-Preisträgerin des Jahres 2018. Die großen Worte, so Schlosser in ihrem Vortrag, die ein Seelsorger zu sagen habe, gelten auch immer ihm selber.

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Dabei ging die Professorin dem historischen Begriff des Hirten nach. Der Petrusauftag, weide meine Lämmer, zeige, dass der Apostel nicht Eigentümer der Schafe sei. Es seien die Schafe des Herrn. Es gehe um die Mitarbeit mit dem Herrn, betont die Theologin. Diese sei immer eine Mitarbeit mit der Wahrheit. Im weiteren ging die Professorin auf die Lehrtätigkeit des emeritierten Papstes ein. Schlosser spürte dem Wahrheitsbegriff des emeritierten Papstes nach, der den Verzicht auf Wahrheit als Weg zur Diktatur des Relativismus aufgefasst habe.

Ausgehend vom bekannten Aufsatz „Die neuen Heiden und die Kirche“ von 1958 stellte Marianne Schlosser den Begriff der Entweltlichung als ein kirchliches Handeln dar, das auf alle Strategien verzichtet, um der Kirche wieder Geltung zu verschaffen, stattdessen gelte es dem Wort Gottes Gehör zu verschaffen. Es gehe eben nicht um den Rückzug von der Welt, es gehe darum, die wirklichen Notwendigkeiten wahrzunehmen. Aus der Theologie des Jubilars stellt die Theologin das innere Wesen der Hirtensorge des Bischofs dar. Lang anhaltender Applaus dankte der Festrednerin für ihre eindrucksvolle Darstellung der Theologie des Papa emeritus. Die Veranstaltung wurde musikalisch von ehemaligen Regensburger Domspatzen unter Leitung von Karl-Heinz Liebl festlich umrahmt. Moderiert wurde der Festakt von Gudrun Sailer von Vatikan News. DT/pwi

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