Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Erneuter Brief an deutsche Bischöfe

ZdK-Präsidentin Stetter-Karp „irritiert“ über Stoppschild aus Rom zu Synodalem Ausschuss

Das Laienkomitee erwartet trotz Intervention des Vatikans eine zeitnahe Ratifizierung der Satzung. Die deutsche Kirche habe keine zweite Chance, wenn sie den Synodalen Weg stoppt.
Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Irme Stetter-Karp
Foto: Carsten Koall (dpa) | Rom habe die deutschen Bischöfe „quasi per Eilpost“ gebeten, nicht über die Satzung des Synodalen Ausschusses abzustimmen und zunächst Gespräche in Rom abzuwarten, so Stetter-Karp.

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken hat die Intervention des Vatikans kritisiert, die Abstimmung über die Satzung des Synodalen Ausschusses von der Tagesordnung der am Montag beginnenden Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) zu nehmen. Die ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp sprach in einer am Sonntag veröffentlichten Stellungnahme von einer weiteren „Verzögerung der dringend notwendigen Reformen in der Kirche“.

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Rom habe die deutschen Bischöfe „quasi per Eilpost“ gebeten, nicht über die Satzung des Synodalen Ausschusses abzustimmen und zunächst Gespräche in Rom abzuwarten. Darüber sei sie „irritiert“, so Stetter-Karp. „Das ZdK erwartet, dass der Synodale Ausschuss bei seiner nächsten Sitzung im Juni voll arbeitsfähig ist“, erklärte sie weiter.

Vatikan ermahnt deutsche Bischöfe

Das ZdK arbeite konstruktiv mit der Deutschen Bischofskonferenz zusammen, betonte die ZdK-Präsidentin. Dafür müsse jedoch die Grundlage der Kooperation im Synodalen Ausschuss geklärt sein. „Wir erwarten von Rom, dass es das gute Miteinander der deutschen Bischöfe mit der Vertretung der Laien nicht unterminiert, sondern wertschätzt und als Ressource wahrnimmt. Die katholische Kirche in Deutschland hat keine zweite Chance, wenn sie jetzt den Synodalen Weg stoppt.“

Download: Brief aus Rom an die DBK

In einem am Samstagabend bekannt gewordenen Brief an die deutschen Bischöfe hatte der Vatikan erneut seine Bedenken zum deutschen Synodalen Weg geäußert und insbesondere das Vorhaben kritisiert, einen Synodalen Ausschuss einzurichten, der dann einen sogenannten Synodalen Rat vorbereiten soll. Sollten die Bischöfe der Satzung des Synodalen Ausschusses auf ihrer Vollversammlung zustimmen, stünde dies „im Widerspruch zu der im besonderen Auftrag des Heiligen Vaters ergangenen Weisung des Heiligen Stuhls und würde ihn einmal mehr vor vollendete Tatsachen stellen“, heißt es wörtlich in dem Brief, der auf den 16. Februar datiert ist. Die deutschen Bischöfe entschieden daraufhin, die geplante Abstimmung von der Tagesordnung zu nehmen. 

Unverständnis gegenüber der Intervention aus Rom äußerte am Sonntag auch der ZdK-Vizepräsident Thomas Söding. Er nannte es einen „Widerspruch, wenn Rom synodale Prozesse fördert und fordert, dann aber mit einem Stoppschild versieht“. Er gehe davon aus, „dass die deutschen Bischöfe verlässlich zu ihren eigenen Beschlüssen stehen“. Wörtlich erklärte Söding: „Wir erwarten eine zeitnahe Entscheidung, die Ratifizierung der Satzung und die konstruktive Weiterarbeit auf dem Synodalen Weg. Im Gespräch mit Rom werden die deutschen Bischöfe die Dringlichkeit der Weiterarbeit deutlich machen müssen.“  DT/mlu

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