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Gänswein übt Kritik am Synodalen Weg

Er bezweifle, dass der Synodale Weg „so wie er sich entwickelt hat“ die richtige Antwort auf die Missbrauchskrise gewesen sei, so Benedikts langjähriger Privatsekretär.
Gänswein stellt Buch „Nichts als die Wahrheit“ vor
Foto: Peter Kneffel (dpa) | Aus seiner Perspektive, so Gänswein, sei der Synodale Weg „keine hilfreiche Antwort auf die tatsächlichen Nöte der Gläubigen“.

Der langjährige Privatsekretär des verstorbenen Papstes Benedikt XVI., Kurienerzbischof Georg Gänswein, hat sich abermals kritisch zum Synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland geäußert. Er bezweifle, „dass der Synodale Weg, so wie er sich entwickelt hat, die richtige Antwort auf die Missbrauchskrise gewesen ist“, erklärte Gänswein am Dienstag im Gespräch mit der „Mediengruppe Bayern“. Der Synodale Weg sei im Anschluss an die 2018 veröffentlichte MHG-Missbrauchsstudie „erfunden“ worden. Die Themen, die behandelt wurden, gingen jedoch „über die notwendige Beantwortung der Missbrauchskrise weit hinaus“, so Gänswein.

Gänswein: Inzwischen stehen ganz andere Ziele im Mittelpunkt

Wörtlich erklärte der 66-Jährige: „Wer sehenden Auges die Diskussionen und Entscheidungen der Synodalversammlungen verfolgt hat, konnte erkennen, dass inzwischen ganz andere Ziele im Mittelpunkt stehen.“ Es sei die Gefahr erwachsen, „dass Sonderwege aus der Einheit der Universalkirche hinausführen“.

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Auf die Frage, ob tatsächlich eine Kirchenspaltung drohe, antwortete Gänswein: Die „eingeschlagenen Wege“ hätten zu Spannungen innerhalb der katholischen Kirche in Deutschland und mit dem Vatikan geführt. „Ich bete und hoffe, dass eine Spaltung verhindert werden kann.“ Der Vatikan habe mehrmals „eindeutig und klar Grenzen aufgezeigt“ – die gelte es, ernst zu nehmen.

Aus seiner Perspektive, so Gänswein weiter, sei der Synodale Weg „keine hilfreiche Antwort auf die tatsächlichen Nöte der Gläubigen“. Der innerkirchliche Reformprozess besitze zudem keinerlei bindende Rechtskraft. 

Vatikan behandelt Frage mit Dringlichkeit

Gänswein äußerte sich auch zu dem Brief, den mehrere deutsche Bischöfe im Dezember nach Rom geschickt hatten, und in dem sie kritische Anfragen zum Synodalen Weg an den Vatikan stellten. Der Vatikan hatte daraufhin in einem Antwortbrief die Einrichtung eines sogenannten „Synodalen Rats“ untersagt. „Die unmittelbare Antwort auf diese Anfrage zeigt die Dringlichkeit mit der der Vatikan diese Frage behandelt“, so Gänswein. Er könne nur hoffen, „dass die Signale, wie es in der Frage heißt, gesehen und auch ernst genommen werden“.  DT/mlu

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