Brief an Bätzing

Vorsitzender der Polnischen Bischöfe warnt vor „Synodalem Weg“

In einem Brief an den DBK-Vorsitzenden Bätzing drückt Erzbischof Gadecki seine Sorge hinsichtlich des Synodalen Wegs aus. Zentrale Forderungen stimmten nicht mit der Lehre der Kirche überein.
Erzbischof Gadecki, Vorsitzender der polnischen Bischöfe
Foto: Andrzej Grygiel (PAP) | Aus Sicht von Erzbischof Stanislaw Gadecki sind „unternehmerisches Denken“ und die Senkung der „Einstellungskriterien“ kein probates Mittel, um den Priestermangel aufzuheben.

In einem heute veröffentlichten Brief an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, hat der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz, Stanislaw Gadecki, seine Sorge hinsichtlich des „Synodalen Weges“ geäußert, mit dem die Kirche in Deutschland zunehmend auch im Ausland für Aufsehen sorgt. Dabei weist Gadecki darauf hin, dass die Abschaffung des Pflichtzölibats, die Frauenordination und die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften nicht in Übereinstimmung mit der Lehre der katholischen Kirche stünden.

Gadecki: Am überlieferten Evangelium festhalten

Gestützt auf Bibelstellen und Äußerungen verschiedener Päpste mahnt Gadecki seinen deutschen Amtsbruder, „im Geiste christlicher Nächstenliebe“ und „voll brüderlicher Sorge“, am überlieferten Evangelium festzuhalten – trotz gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Entwicklungen, die den Standpunkt der Kirche unpopulär erscheinen lassen. Man dürfe nicht aufgrund eines Minderwertigkeitskomplexes „dem Druck der Welt oder den Modellen der vorherrschenden Kultur nachgeben, da dies zu moralischer und geistiger Korruption führen könnte.“  

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Gadecki weiter: „Vermeiden wir die Wiederholung abgedroschener Slogans und Standardforderungen wie die Abschaffung des Zölibats, das Priestertum der Frauen, die Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene oder die Segnung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften.“  

Die Ursachen der Krise liegen woanders

Aus Sicht von Erzbischof Stanislaw Gadecki sind „unternehmerisches Denken“ und die Senkung der „Einstellungskriterien“ kein probates Mittel, um den Priestermangel aufzuheben. „Die Ursachen der Krise liegen woanders. Wir Kleriker sind oft zu bloßen Experten für Sozial-, Migrations- und Umweltpolitik geworden, was sicherlich kein zölibatäres Leben erfordert.“ Stattdessen unterstreicht Gadecki: „Was die Menschen zur Kirche und zum Priestertum zieht, ist nicht ein weiteres Angebot für ein leichtes Leben, sondern das Beispiel eines Lebens, das ganz Gott geweiht ist.“

Am Ende des zum Teil sehr persönlich gehaltenen Schreibens mahnt Erzbischof Gadecki seinen deutschen Amtsbruder: „Die Autorität des Papstes und der Bischöfe wird am meisten gebraucht, wenn die Kirche eine schwierige Zeit durchmacht und wenn sie unter Druck steht, von der Lehre Jesu abzuweichen. Wenn sie ähnliche Dramen erlebt wie die Christen in Galatien. Das muss sie mit Nachdruck sagen: ,Es gibt kein anderes Evangelium, es gibt nur einige Leute, die euch verwirren und die das Evangelium Christi verfälschen wollen‘ (Gal 1,7).“  DT/mee

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