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Aufseher von Kronjuwelen

In der 15. Folge des „Katechismus-Podcasts“ der „Tagespost“ erklärt Andreas Wollbold, wem das Glaubensgut anvertraut ist.
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Foto: YAY Micro via www.imago-images.d (http://www.imago-images.de/) | Wollbold: Papst und Bischöfe sind wie Aufseher von Kronjuwelen. Als Diener der Wahrheit schützen sie das Glaubensgut.

Die „ganze Kirche“ – also die Kirche aller Jahrhunderte – sei unfehlbar, so Andreas Wollbold. Er ist Professor für Pastoraltheologie in München und erklärt in der 15. Folge des „Katechismus-Podcasts“ die Nummer 15 des Kompendiums des Katechismus, in dem steht: „Das Glaubensgut ist von den Aposteln der Kirche als Ganzer anvertraut. Unterstützt durch den Heiligen Geist und geführt vom Lehramt der Kirche, nimmt das ganze Volk Gottes mit seinem übernatürlichen Glaubenssinn die göttliche Offenbarung auf, versteht sie immer besser und wendet sie auf das Leben an.“

Kein Diktat der Mehrheiten

Es gebe in dem Sinne keinen Fortschritt in der Wahrheit, wie es bei der menschlichen Erkenntnis der Fall sei. Die Kirche habe die Wahrheit nicht aus Menschenhand empfangen, sondern von Gott selbst.

Anders als beim Volk Israel, das von Gottes Wegen abgeirrt sei, werde die Kirche, obwohl sie aus fehlbaren Menschen bestehe, vom Heiligen Geist gelenkt und davor bewahrt, aus der Wahrheit herauszufallen. Diese Wahrheit umfasse den Glauben selbst, aber auch die Moral, die christliche Lebensführung. 
Das bedeute beispielsweise, dass es unmöglich sei, dass wir heute nach 2000 Jahren entdeckten, dass die Kirche im Punkt der Priesterweihe von Frauen geirrt habe. 

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Eine andere Folgerung aus der Unfehlbarkeit der Kirche als Ganze sei das Lehramt: Papst und Bischöfe hätten nicht die „Macht über den Glauben“. Vielmehr seien sie wie „Aufseher von Kronjuwelen“. Sie würden darauf achtgeben, dass niemand die Kronjuwelen fälsche oder stehle. Sie seien Diener der Wahrheit und stünden nicht über ihr.

Gegen Schluss geht Wollbold näher auf den „Glaubenssinn“ des Volkes Gottes ein, von dem im Katechismus die Rede ist: Oft missverstehe man ihn als „Sinn der Laien“, durch welchen sie mitbestimmen und „auf die Veränderung der Lehre der Kirche drängen“ dürften.
Der Glaubenssinn der Gläubigen jedoch sei übernatürlich. Er bedeute nicht das „Diktat der Mehrheiten“ und den Einlass des Zeitgeistes in die Kirche. Er bedeute, dass die Gläubigen den Glauben vertiefen und so mithelfen könnten, dass die Kirche bestimmte Wahrheiten tiefer erkenne. So sei zum Beispiel die Herz Jesu-Frömmigkeit ganz wesentlich aus der Frömmigkeit des Volkes Gottes gewachsen, und das Lehramt der Kirche habe dann bestätigt: dies ist authentisch katholische Lehre. DT/sha

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