Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Bei Pontifikalamt für Weihbischof Dick

Woelki: Bischof darf Menschen nie nach dem Mund reden

Der Kölner Kardinal grenzt den bischöflichen Hirtendienst gegen falsches Anpassungsstreben ab.
Der Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki
Foto: IMAGO/Peter Back (www.imago-images.de) | Diplomatische Winkelzüge und das Haschen nach Anerkennung und Beifall gehörten augenscheinlich nicht zu den Insignien eines katholischen Bischofs, unterstrich Kardinal Woelki.

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat am Samstag im Kölner Dom die reine und unverfälschte Verkündigung des Evangeliums als zentrale Aufgabe des Hirtendienstes beschrieben.

Lesen Sie auch:

Im Pontifikalrequiem für den emeritierten Weihbischof Klaus Dick unterstrich der Kölner Erzbischof, dass der Bischof nicht von den Menschen bestellt, sondern von Gott zum Hirten der Kirche bestellt werde, weil Gott selbst nach dem Zeugnis der Heiligen Schrift Hirt seiner Kirche sei. „Was der Bischof tut, tut er nicht aus sich heraus“, erklärte er. Jesus sei dagegen der Herr der Kirche; der Bischof handele nur in seinem Namen.

Woelki: Bischof mus Kirche vor Schaden bewahren

Mit Nachdruck grenzte Woelki den bischöflichen Hirtendienst gegen falsches Anpassungsstreben ab. Der Bischof sei ein „Knecht Jesu Christi“ und habe die Kirche vor Schaden zu bewahren, die von außen oder auch durch Verwirrung im Inneren entstehen könne. Der Bischof verkündige das Evangelium Jesu Christi „und darf darum den Menschen auch nie nach dem Mund reden.“

Diplomatische Winkelzüge und das Haschen nach Anerkennung und Beifall gehörten augenscheinlich nicht zu den Insignien eines katholischen Bischofs, unterstrich der Kölner Oberhirte in Anspielung auf die Weisung des Apostels Paulus an Timotheus, das Evangelium zu verkünden – ob gelegen oder ungelegen. „Die Weisung des Apostels mag in unserer Zeit aktueller denn je scheinen“, sagte Woelki.

Streitigkeiten über Glauben und Lehre seien an der Tagesordnung. Es gebe in der Kirche aber nur einen Herrn und daher auch ein anderes Verfahren, Streitigkeiten beizulegen, als in der Politik. Weder Befehlen noch ausdiskutieren noch niederstimmen, sondern den gemeinsamen Gehorsam aller gegenüber Christus sei der christliche Standpunkt, auf dem streitende Christen einander verstehen lernten.  DT/reg

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Erzbischöfe Jesus Christus Klaus Dick Rainer Maria Woelki

Weitere Artikel

Salzburgs Erzbischof Franz Lackner über die Radikalität des heiligen Franziskus, sein eigenes Franziskaner-Sein und die notwendige Liebe zur Kirche.
10.06.2026, 15 Uhr
Stephan Baier
Bewährte Spitze: Salzburgs Erzbischof Franz Lackner bleibt Vorsitzender der österreichischen Bischöfe, der Linzer Bischof Manfred Scheuer bleibt sein Stellvertreter.
09.06.2026, 13 Uhr
Meldung

Kirche

Was zeichnet den neuen Pontifex aus? Welche Akzente setzten Leos Vorgänger mit ihren jeweils ersten Lehrschreiben? Es zeigt sich die Kontinuität.
28.06.2026, 11 Uhr
Christoph Münch
In würdigem Rahmen und bei magerer Kost ein letztes Gespräch, bevor sich die Wege trennen.
28.06.2026, 05 Uhr
Mario Monte
Intrigen, Verleumdungen und Grabenkämpfe begleiteten das Panorthodoxe Konzil, das vor zehn Jahren auf Kreta stattfand.
27.06.2026, 11 Uhr
Stephan Baier