Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Kirche

US-Kardinal DiNardo begrüßt Untersuchung der McCarrick-Akten

Eine erste Stellungnahme des Vatikan zu den Vorwürfen des emeritierten US-Nuntius Viganò begrüßte der Vorsitzende der US-Bischöfe. Zudem bekräftigte er seine Unterstützung für Papst Franziskus.
DiNardo lobt Reaktion des Vatikan in Missbrauchskrise
Foto: Pacific Press (Pacific Press via ZUMA Wire) | Papst Franziskus unternehme nun zusätzliche Schritte, um sicherzugehen, dass die Gläubigen von der bösen Kraft sexuellen Missbrauchs beschützt seien, so DiNardo.

Der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz, Kardinal Daniel DiNardo, hat die Entscheidung des Vatikan begrüßt, eine gründliche Untersuchung aller Akten zum Fall McCarrick anzuordnen. Im Namen aller US-Bischöfe äußerte er sich lobend zur Erklärung des Vatikan vom vergangenen Wochenende. Diese skizziere, „dass Papst Franziskus zusätzliche Schritte unternimmt, um sicherzugehen, dass die Gläubigen von der bösen Kraft sexuellen Missbrauchs beschützt sind“, so DiNardo in einer Stellungnahme.

Nur die Wahrheit könne dafür sorgen, dass sich die Sünden der Vergangenheit nicht wiederholen

Der Vatikan hatte am Wochenende erklärt, relevante Daten ermitteln, in ihren historischen Zusammenhang stellen und objektiv bewertet zu wollen. Dabei werde die Erkenntnis nicht ausgeschlossen, dass früher "Maßnahmen ergriffen wurden, die nicht im Einklang stehen mit dem gegenwärtigen Ansatz, dem Weg der Wahrheit zu folgen, wohin immer er führen möge". Die Ergebnisse würden zu gegebener Zeit veröffentlicht, hieß es in der Erklärung des Vatikan.

Die dringliche Einladung des Heiligen Vaters, Kräfte zu bündeln im Kampf gegen die gefährliche Geißel des Missbrauchs innerhalb der Kirche und darüber hinaus, „wurde von den Bischöfen der Vereinigten Staaten eifrig angenommen, und das wird auch weiterhin so sein“, schrieb Kardinal DiNardo. Nur die Wahrheit könne dafür sorgen, dass die „schrecklichen Sünden der Vergangenheit nicht wiederholt werden“.

DiNardo lobt Mut der Opfer sexuellen Missbrauchs

Zudem lobte der Erzbischof des Bistums Galveston-Houston den Mut der Opfer sexuellen Missbrauchs, ihr Leiden öffentlich zu machen. Diesem müsse nun der Mut der Geistlichen zur Seite gestellt werden, „mit Gerechtigkeit zu antworten“. Alle US-Bischöfe, so DiNardo, stünden im Gebet vereint an der Seite von Papst Franziskus.

DT/mlu

Verpassen Sie nichts aus unserer vollständigen Berichterstattung zur Debatte um McCarrick und dem Missbrauchsskandal. Einfach hier kostenlos anmelden.

Themen & Autoren
Daniel DiNardo Erzbischöfe Missbrauchskrise Papst Franziskus

Weitere Artikel

Die Exkommunikation für unerlaubte Bischofsweihen wurde 1951 auch wegen der Situation der Kirche im kommunistischen China eingeführt. Heute übt Rom gegenüber dem Land Nachsicht.
07.08.2026, 19 Uhr
Jakob Naser
Die Ernennung des Erzbischofs von San Francisco, Salvatore Cordileone, zum Mitglied der Apostolischen Signatur hat manchen erstaunt. Doch was ist diese Vatikanbehörde überhaupt?
06.08.2026, 12 Uhr
Guido Horst
Erzbischof Georg Gänswein wird 70. Hier spricht er über die Aussöhnung mit Papst Franziskus, den schwierigen Neubeginn im Baltikum und seine Pläne für eine Seligsprechung von Benedikt XVI.
29.07.2026, 14 Uhr
Benjamin Leven

Kirche

Bei „Mariä Himmelfahrt" geht es weniger darum, ob Maria gestorben ist, als um die Hoffnung auf die Auferstehung und die Vollendung des Menschen bei Gott.
15.08.2026, 04 Uhr
Dorothea Schmidt
Katechismuslesen reicht nicht: Warum der Abtprimas der Benediktiner, Jeremias Schröder, der Mutter Jesu große Bedeutung für seinen Glauben beimisst.
14.08.2026, 15 Uhr
Esther von Krosigk
In Obertshausen erinnert neuerdings eine Statue an den Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz und an den spanischen Wallfahrtsort Caravaca de la Cruz.
14.08.2026, 09 Uhr
Oliver Gierens
Der eskalierende Streit zwischen Kirche und Regierung beschädigt die Autorität beider Seiten und spaltet ein Land, das von unfreundlichen Nachbarn umgeben ist.
14.08.2026, 17 Uhr
Stephan Baier
Tod in der Arena oder lebendig begraben im Bergbau? Im dritten Jahrhundert wurden auch Päpste zu Märtyrern. Der 13. August ist der Gedenktag des heiligen Papstes Pontianus.
12.08.2026, 21 Uhr
Claudia Kock