Kirchenpolitik unter dem Synodenmäntelchen ist alles andere als nachhaltig: Zu Recht hat sich die 1980 in den USA gegründete Gruppe Courage, die Homosexuelle zu einem lehramtskonformen Lebensstil ermutigt, dagegen verwahrt, durch das römische Synodensekretariat abqualifiziert zu werden.
Was war geschehen? Eine von zehn Studiengruppen, die 2024 von Papst Franziskus eingesetzt worden waren, um die Ergebnisse der Weltsynode über Synodalität näher zu beleuchten, hatte dieser Tage ein kirchenpolitisch ambitioniertes Papier veröffentlicht, in dem es unter anderem um gleichgeschlechtliche Beziehungen ging. Die Stoßrichtung der Autoren sollte durch Zeugnisse Betroffener untermauert werden. Courage erhielt darin einseitig negative Bewertungen, Betroffene mit positiven Erfahrungen kamen nicht zu Wort.
Das Manöver war allzu durchsichtig, um zu überzeugen, der Leiter von Courage sprach von intellektueller Unredlichkeit. Das von Papst Franziskus gesteckte Ziel der Synode, zuzuhören und dem Heiligen Geist Raum zu geben, ist offensichtlich nicht erreicht worden, wenn Christen, die nach der Lehre der Kirche leben wollen, ausgegrenzt werden. Nicht, dass die Welt durch Papiere synodaler Studiengruppen verändert würde. Doch vieles, was derzeit auf der Waage der Synodalität kommt, wird für die glaubwürdige Nachfolge schlicht als zu leicht befunden. Gut, dass Courage nicht den Mut verliert.
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