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So verschwiegen ist die Synode

Die Regel über „Vertraulichkeit und Diskretion“ der Redebeiträge auf der Weltsynode sowie ein Foto- und Filmverbot stoßen auch auf Kritik.
Generalversammlung der Bischofssynode
Foto: IMAGO/Maria Laura Antonelli / Avalon (www.imago-images.de) | Die Bischofssynode ist ein wichtiger Bestandteil der mehrjährigen Weltsynode, die über die Zukunft der katholischen Kirche beraten soll.

Aus der Geschäftsordnung zur Bischofssynode, die am Mittwochnachmittag bekannt wurde, geht hervor, dass die rund 450 Teilnehmer der Versammlung in Rom zur Verschwiegenheit aufgerufen sind. Kardinal Mario Grech, der Organisator des Treffens, berichtete am Abend des ersten Arbeitstages über die Einzelheiten.

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Für eigene Redebeiträge und ebenso für die Äußerungen anderer gelte „Vertraulichkeit und Diskretion“, so das Regelwerk nach Angaben von „Vatican News“. Damit solle es allen ermöglicht werden, im geschützten Raum der Synode frei seine eigenen Gedanken zu äußern. Das Verbreiten von Inhalten der Beiträge aus den Sprachgruppen oder den Plenarversammlungen ist somit ausdrücklich verboten.

Kritik durch Medienschaffende

Weiterhin regelt die Geschäftsordung, dass Audio- oder Video-Aufzeichnungen durch die Teilnehmer untersagt sind. Die Diskretionspflicht bleibt, so das Regelwerk, bis zum Ende der synodalen Versammlung und auch über ihre Dauer hinaus bestehen.

Auch im Falle einer möglichen Abwesenheiten wird eine schriftliche Mitteilung vorab gefordert. Sie seien nur bei „schwerwiegenden Gründen“ vorgesehen. Ebenso müsse auch der Grund für die Abwesenheit der jeweiligen Person „dem Generalsekretariat mitgeteilt werden.“ Bereits im Vorfeld habe es wegen des eingeschränkten Zugangs zu den Wortbeiträgen Verstimmungen unter Medienschaffenden gegeben, so die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA).

Beispielsweise kritisierte der Vorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Gregor Podschun, dies in einem Interview des Portals „katholisch.de“ am Donnerstag: „Jeder Amtsträger muss sich für die Handlungen, die er vollzieht, rechtfertigen“. Weiterhin merkte er an: „Wenn ich bei einer Synode das Volk Gottes einbeziehen möchte - was Papst Franziskus explizit wollte -, kann ich die Gläubigen nicht bei den eigentlichen Beratungen ausschließen“.

Auch ein Gremium zur Streitschlichtung

Darüber hinaus wurde am Mittwoch bekannt gegeben, dass es ein Gremium zur Streitschlichtung eingerichtet werden soll. Ihm wird auch der deutsche Bischof Felix Genn aus Münster angehören.

Die Bischofssynode ist ein wichtiger Bestandteil der mehrjährigen Weltsynode, die über die Zukunft der katholischen Kirche beraten soll. DT/jmo

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