Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Laufende Weltsynode

So verschwiegen ist die Synode

Die Regel über „Vertraulichkeit und Diskretion“ der Redebeiträge auf der Weltsynode sowie ein Foto- und Filmverbot stoßen auch auf Kritik.
Generalversammlung der Bischofssynode
Foto: IMAGO/Maria Laura Antonelli / Avalon (www.imago-images.de) | Die Bischofssynode ist ein wichtiger Bestandteil der mehrjährigen Weltsynode, die über die Zukunft der katholischen Kirche beraten soll.

Aus der Geschäftsordnung zur Bischofssynode, die am Mittwochnachmittag bekannt wurde, geht hervor, dass die rund 450 Teilnehmer der Versammlung in Rom zur Verschwiegenheit aufgerufen sind. Kardinal Mario Grech, der Organisator des Treffens, berichtete am Abend des ersten Arbeitstages über die Einzelheiten.

Lesen Sie auch:

Für eigene Redebeiträge und ebenso für die Äußerungen anderer gelte „Vertraulichkeit und Diskretion“, so das Regelwerk nach Angaben von „Vatican News“. Damit solle es allen ermöglicht werden, im geschützten Raum der Synode frei seine eigenen Gedanken zu äußern. Das Verbreiten von Inhalten der Beiträge aus den Sprachgruppen oder den Plenarversammlungen ist somit ausdrücklich verboten.

Kritik durch Medienschaffende

Weiterhin regelt die Geschäftsordung, dass Audio- oder Video-Aufzeichnungen durch die Teilnehmer untersagt sind. Die Diskretionspflicht bleibt, so das Regelwerk, bis zum Ende der synodalen Versammlung und auch über ihre Dauer hinaus bestehen.

Auch im Falle einer möglichen Abwesenheiten wird eine schriftliche Mitteilung vorab gefordert. Sie seien nur bei „schwerwiegenden Gründen“ vorgesehen. Ebenso müsse auch der Grund für die Abwesenheit der jeweiligen Person „dem Generalsekretariat mitgeteilt werden.“ Bereits im Vorfeld habe es wegen des eingeschränkten Zugangs zu den Wortbeiträgen Verstimmungen unter Medienschaffenden gegeben, so die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA).

Beispielsweise kritisierte der Vorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Gregor Podschun, dies in einem Interview des Portals „katholisch.de“ am Donnerstag: „Jeder Amtsträger muss sich für die Handlungen, die er vollzieht, rechtfertigen“. Weiterhin merkte er an: „Wenn ich bei einer Synode das Volk Gottes einbeziehen möchte - was Papst Franziskus explizit wollte -, kann ich die Gläubigen nicht bei den eigentlichen Beratungen ausschließen“.

Auch ein Gremium zur Streitschlichtung

Darüber hinaus wurde am Mittwoch bekannt gegeben, dass es ein Gremium zur Streitschlichtung eingerichtet werden soll. Ihm wird auch der deutsche Bischof Felix Genn aus Münster angehören.

Die Bischofssynode ist ein wichtiger Bestandteil der mehrjährigen Weltsynode, die über die Zukunft der katholischen Kirche beraten soll. DT/jmo

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Bund der Deutschen Katholischen Jugend Felix Genn KNA - Katholische Nachrichten Agentur Kardinäle Papst Franziskus Weltsynode

Weitere Artikel

Statt mit Erfahrungsberichten begann das Bischofstreffen in Rom dann doch mit theoretischen Erörterungen zu dem nachsynodalen Schreiben zu Ehe und Familie von Papst Franziskus.
08.10.2026, 09 Uhr
Guido Horst
Das Bischofstreffen in Rom zur Familienpastoral stößt auf wenig Interesse bei den Medien. Grund ist die Art und Weise, wie die Versammlung gelenkt und gesteuert wird.
10.10.2026, 12 Uhr
Guido Horst
Der neue Bischof von Münster wird herzlich empfangen. Zugleich verbinden Verbände, Gemeinschaften und Gläubige mit ihm unterschiedliche Erwartungen.
24.06.2026, 16 Uhr
Dorothea Schmidt

Kirche

Leo XIV. wurde am Dienstag ein bösartiger Lungentumor entfernt. Die Operation verlief erfolgreich, seine Reisepläne sind jedoch ungewiss.
14.10.2026, 05 Uhr
Meldung
Der Kardinalvikar des Papstes, Baldo Reina, leitet das Gebet für Leo XIV. vor seiner Operation. Verfolgen Sie das Gebet im Livestream.
13.10.2026, 11 Uhr
Meldung
Der frühere Glaubenspräfekt spricht sich in Heiligenkreuz gegen die Todesstrafe aus. Auch die von der Trump-Regierung geplante Liveübertragung einer Hinrichtung kritisiert er.
12.10.2026, 18 Uhr
Meldung
Gestern gab der Papst seine Erkrankung bekannt– und zeigte sich zuversichtlich. Zurecht, denn laut Experten sind nur fünf Prozent der Lungenkonten bösartig. 
12.10.2026, 13 Uhr
Elisabeth Hüffer