Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Homosexualität

„Out in Church“ veröffentlicht Brief an Papst

Die Initiative fordert, dass der Katechismus umgeschrieben und die Lehre in Bezug auf gleichgeschlechtliche Lebensweisen revidiert wird. 
Berufungsverfahren gegen Pastor wegen Volksverhetzung - Protest
Foto: Hauke-Christian Dittrich (dpa) | Die Initiative "Out in Church" fordert von der Kirche, „eine Vielfalt geschlechtlicher Identitäten“ zuzulassen und auch die Lehre entsprechend zu ändern.

Die Initiative „Out in Church“ hat auf der theologischen Internetplattform „feinschwarz.net“ einen Brief an Papst Franziskus veröffentlicht. Sie hatte diesen im Herbst nach Rom geschickt, aber bislang keine Antwort erhalten. Grund für die Veröffentlichung ist aber nicht die ausbleibende Antwort des Papstes. Gründungsmitglied Raphaela Soden erklärt in einem Interview mit „domradio.de“, es gehe darum, die Diskussion um queere Lebensweisen auch in der Kirche weiter zu befeuern.

Initiative ruft Papst in die Verantwortung

In dem Brief hat die Initiative nicht nur gefordert, dass mit ihnen statt über sie gesprochen werde. Vielmehr solle der Papst die Verantwortung übernehmen, um die „Schuldgeschichte der Kirche“ im Umgang mit LGBTQ-Personen aufzuarbeiten und voranzutreiben. Zudem müssten einige Passagen des Katechismus umgeschrieben werden.

Lesen Sie auch:

Soden, die auch als Bildungsreferentin im Erzbischöflichen Seelsorgeamt Freiburg tätig ist, erklärt: „Wir fordern ganz klar eine Änderung der entsprechenden Absätze im Katechismus, aber auch eine Revision anderer lehramtlicher Verlautbarungen, in denen Homosexualität, nicht-heterosexuelle Beziehungen, aber auch Trans- und Intergeschlechtlichkeit als defizitär und schöpfungswidrig deklariert werden.“

Anerkennung von Homosexualität als Schöpfungsvariante

Die in dem Brief formulierten Forderungen entsprechen denen der Papiere des Synodalen Weges in Deutschland: Es brauche eine „positive Bewertung von Homosexualität als Schöpfungsvariante“. Soden dazu: Die Schöpfungsgeschichte sei nicht als „eine Schöpfung von Mann und Frau auszulegen“, sondern „als männlich und weiblich“, wie theologische Wissenschaften überzeugen dargelegt hätten. Darum müsse „eine Vielfalt geschlechtlicher Identitäten“ zugelassen werden.

Die „Diversität geschlechtlicher Identitäten und sexueller Orientierungen in der theologischen Anthropologie“ sei von Gott gewollt, schreibt die Initiative und fordert die Kirche auf, sich aktiv für ein „Ende der Verfolgung und Unterdrückung von LGBTIQ+ Personen“ einzusetzen. Die Lebensentwürfe viele queerer Personen erhebt „Out in Church“ — wie auch der Synodale Weg — zu Erkenntnisorten des Glaubens und Fundstellen göttlichen Wirkens. Um es mit Sodens Worten zu sagen: Alle Menschen seien „aus Gottes Kreativität geboren“. Und dazu gehörten auch die "unterschiedlichen Geschlechtsidentitäten und sexuellen Orientierungen".  DT/dsc

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Katechismus Out in Church Papst Franziskus Päpste

Weitere Artikel

Religionsfreiheit ist als Freiheitsrecht ein Begriff der Staatsverfassung. Aber es ist – seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil – auch ein Begriff der Kirchenlehre.
07.12.2025, 19 Uhr
Josef Bordat
Das Hochfest am 1. November erinnert daran, dass Heiligkeit nicht wenigen Auserwählten vorbehalten ist. Jeder Getaufte ist berufen, in der Liebe zu wachsen.
01.11.2025, 10 Uhr
Dorothea Schmidt

Kirche

Nur eine geeinte Kirche kann ein „Licht“ für die Völker sein. Auf der Suche nach der verlorenen Einheit hat der Papst mit den Kardinälen angefangen. Und vor den Diplomaten spricht er Tacheles.
09.01.2026, 11 Uhr
Guido Horst
Bei der letzten Sitzung der Synodalversammlung in Stuttgart geht es um Bilanz, Reformperspektiven und den Übergang zur Synodalkonferenz. Ob Rom dem Gremium zustimmen wird, ist weiterhin offen.
09.01.2026, 14 Uhr
Meldung
Die Kardinalsversammlung in Rom ist ohne Ergebnisse oder neue Ideen zu Ende gegangen. Dem Papst ging es darum, das Band der Einheit zu stärken. Aber viele fehlten.
09.01.2026, 10 Uhr
Guido Horst
Mirko Cavar, früher Freikirchler, heute Katholik, lobt die Ökumene bei der MEHR-Konferenz. Er meint, die einzelnen Konfessionen könnten viel voneinander lernen.
08.01.2026, 13 Uhr
Elisabeth Hüffer
Der US-Bischof kritisiert den deutschen Sonderweg und plädiert für eine Synodalität, welche auf pastorale Praxis statt dauerhafte Grundsatzdiskussionen setzt.
09.01.2026, 10 Uhr
Meldung