Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung

Nicaragua: Bischöfe wollen an Dialog festhalten

Trotz der jüngsten Übergriffe von regierungsnahen Banden glaubt Weihbischof Silvio Baez, der bei einem Angriff in einem Gotteshaus leicht verletzt wurde, dass der Dialog der Weg ist, um die Gewalt zu überwinden.
Lage in Nicaragua
Foto: Carlos Herrera (dpa) | dpatopbilder - RECROP - 09.07,2018, Nicaragua, Diriamba: Der Erzbischof von Managua, Kardinal Leopoldo Brenes (M) und der Nuntius in Nicaragua, Erzbischof Waldemar Stanislaw Sommertag (M), versuchen in eine Kirche zu ...

Die katholischen Bischöfe Nicaraguas wollen trotz der jüngsten Übergriffe von regierungsnahen Banden am Nationalen Dialog zwischen der Regierung des sandinistischen Präsidenten Daniel Ortega und der Zivilgesellschaft festhalten. „Wir glauben weiterhin daran, dass der Dialog der Weg ist, um die Gewalt zu überwinden“, zitierten lokale Medien Weihbischof Silvio Baez, der am Montag bei einem Angriff in einem Gotteshaus leicht verletzt wurde. Unterdessen drückte UN-Generalsekretär Antonio Guterres seine „tiefe Besorgnis“ über die Gewalt in Nicaragua aus. Guterres unterstütze die Arbeit der katholischen Bischöfe für einen Dialog, sagte ein UN-Sprecher am Mittwoch (Ortszeit).

Die Proteste in Nicaragua entzündeten sich Mitte April an einer inzwischen zurückgenommen Rentenreform. Anschließend weiteten sich die Demonstrationen auch gegen die Einschränkung der Presse- und Meinungsfreiheit sowie die staatlich ausgeübte Gewalt aus. Inzwischen fordern die Vertreter der Zivilgesellschaft den sofortigen Rücktritt des sandinistischen Präsidenten Daniel Ortega.

Den Vorschlag, mit vorgezogenen Neuwahlen die innenpolitische Krise zu beenden, lehnte Ortega ab. Er wirft den Regierungsgegnern vor, einen Putsch vorzubereiten, und nennt die Demonstranten Terroristen. Turnusmäßig würden erst 2021 wieder Präsidentschaftswahlen stattfinden. Seit Ausbruch der Proteste sind rund 300 Menschen ums Leben gekommen.

Die Kirche versucht im Rahmen eines „Nationalen Dialogs“, zwischen den beiden Lagern zu vermitteln. Der Dialog wurde allerdings mehrmals unterbrochen. Kirchenvertreter hatten Demonstranten in den Gotteshäusern Rückzugsmöglichkeiten gegeben. Sie erhielten daraufhin Morddrohungen. Am Wochenende wurde eine Delegation mit Kardinal Leopoldo Brenes, Weihbischof Silvio Baez und Nuntius Waldemar von regierungsnahen Banden attackiert, dabei wurde Baez leicht verletzt.

DT/KNA

Themen & Autoren
António Guterres Bischof Daniel Ortega Kirchliche Bauwerke Meinungsfreiheit Regierungsgegner

Weitere Artikel

Beim Empfang für die auswärtigen Diplomaten bemängelt der Papst die Meinungsfreiheit im Westen und übt scharfe Kritik an der wachsenden „Kriegslust“.
14.01.2026, 11 Uhr
Giulio Nova
Die Mehrheit der Einwohner ist jünger als 25 Jahre. Diese Generation wendet sich jetzt vielerorts gegen Korruption, Machtmissbrauch und Perspektivlosigkeit.
16.10.2025, 09 Uhr
Michael Gregory
Der Politikberater Armin Petschner-Multari mahnt beim Blick auf die USA zur Gelassenheit. Über das Phänomen Charlie Kirk, „Cancel Culture“ von rechts und das linke Gewaltpotenzial.
25.09.2025, 07 Uhr
Maximilian Lutz

Kirche

Auch zum Ende des Synodalen Wegs wird Reform mit Verwaltungsmacht verwechselt, geistliche Früchte hat das Projekt nicht gebracht. Fazit einer ehemaligen Synodalen.
30.01.2026, 16 Uhr
Dorothea Schmidt
Kardinal Christoph Schönborn gibt die Oberaufsicht über die Vatikanbank ab. Papst Leo ernennt Kardinal Fernández Ártime zum neuen Mitglied der IOR-Aufsicht.
31.01.2026, 07 Uhr
Giulio Nova
Ein deutsches und österreichisches Sondergut kurz erläutert.
30.01.2026, 07 Uhr
Urs Buhlmann
„Enttabuisierung“, und sonst? Kein Erfolg war der Synodale Weg, wenn es um den Auslöser des Reformprozesses geht. Das meinen die Synodalen tendenziell selbst.
30.01.2026, 10 Uhr
Meldung