Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Erzbistum Paderborn

Laien dürfen nicht an Bischofswahl beteiligt sein

Der Vatikan habe dem Erzbistum nun ein klares Aus für die weitere Zusammenarbeit mit Laien bei der Wahl des neuen Erzbischofs erteilt, so der Paderborner Dompropst Joachim Göbel.
Paderborner Dom
Foto: IMAGO/Zoonar.com/Stefan Ziese (www.imago-images.de) | Das Domkapitel habe auf die Frage der Laienbeteiligung bei der Bischofswahl, durch den Vertreter des Papstes in Berlin eine „klare Antwort aus Rom“ übermittelt bekommen.

Nach einer Anordnung aus dem Vatikan, dürfen bei der Wahl des neuen Paderborner Erzbischofs keine Laien mehr beteiligt sein. Wie das Erzdiozösen am Mittwoch mitteilte habe der Dompropst Joachim Göbel diejenigen 14 Personen bereits informiert, die bereits vergangenes Jahr eine Kandidatenliste zum Vorschlag geeigneter Nachfolger erstellt hatten.

Eine klare Antwort aus Rom

In diesem Brief informiert Göbel: „Um die Rechtmäßigkeit der Wahl zu wahren, haben wir daher keine Möglichkeit, Sie weiterhin am Verfahren der Bischofswahl zu beteiligen“. Das Domkapitel habe durch den Vertreter des Papstes in Berlin eine dahingehend „klare Antwort aus Rom“ übermittelt bekommen. Eine weitere Beteiligung der Laien sei geprüft und für nicht möglich empfunden worden.

Domkapitular Göbel äußerte sein Bedauern über das Nein aus Rom: Man habe dem Heiligen Stuhl die Frage nach einer stärkeren Laienbeteiligung bei Findung und Wahl geeigneter Bischöfe von verschiedensten Richtungen vorgetragen und erläutert. Eine ähnliche Forderung war auch auf dem Synodalen Weg formuliert worden.

Liste entstand durch Mitarbeit von Laien

In einem Vertrag zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Heiligen Stuhl ist für das Wahlrecht festgelegt, dass das Domkapitel eine Liste mit geeigneten Kandidaten an den Vatikan schickt, von dort drei Vorschläge zurückerhält und anschließend einen dieser Männer zum Erzbischof weihen kann. Diese Liste war vergangenen Herbst aber unter Beratung durch Vertreter von Laienkatholiken aus dem Erzdiozösen entstanden und an den Nuntius in Berlin gesandt worden. 

Lesen Sie auch:

Seit dem altersbedingten Rücktritt von Erzbischof Hans-Josef Becker am 1. Oktober vergangenen Jahres ist der Paderborner Bischofsstuhl nicht besetzt. Mit der Neuwahl und Ernennung eines Erzbischofs rechnet man bis Ende dieses Sommers. DT/jmo

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Bischofswahl Dompropste Erzbischöfe Erzbistum Paderborn Erzdiözese Hans-Josef Becker Päpstlicher Botschafter

Weitere Artikel

Ein Blick auf die Nuntiatur seit dem Ende des Krieges – 3. Teil der Geschichte der Nuntiatur in Deutschland.
12.05.2026, 15 Uhr
Michael Feldkamp
Stabwechsel in der Berliner Nuntiatur: Der Vatikan schickt mit Erzbischof Hubertus Matheus Maria van Megen einen erfahrenen Diplomaten nach Deutschland.
16.04.2026, 19 Uhr
Hartmut Sommer
Papst Leo hat das Personenkarussell kräftig angeschoben. Da reicht auch ein ligurisches Mahl kaum aus, um sich über die Neuigkeiten auszutauschen.
12.04.2026, 07 Uhr
Mario Monte

Kirche

Ein Forschungsbericht plädiert für eine pastoral sensiblere Ehelehre. Die Studie ist sich der Grenzen ihres westlichen Blickwinkels bewusst – und genau darin liegt eine Chance.
20.05.2026, 08 Uhr
Thomas Philipp Reiter
Der Würzburger Bischof Franz Jung wirbt für das persönliche Zeugnis. Junge Leute bräuchten keine Reformprogramme und keine Sprüche. Auch ein Politiker fordert mehr Selbstbewusstsein.
19.05.2026, 17 Uhr
Regina Einig
Das Heilige Land muss lebendiger christlicher Lebensraum bleiben, meint Uwe Zimmermann von der Komturei St. Kilian des Ritterordens vom Heiligen Grab im Gespräch.
19.05.2026, 16 Uhr
Regina Einig
Mit Gott als bestem Freund, nicht als einem Fremden sprechen: In der Gebetsschule mit Don Camillo.
19.05.2026, 09 Uhr
Clara Ott