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Lage der Christen in Nicaragua spitzt sich zu

Ein evangelikaler Pastor warnt vor zunehmenden Repressionen des Ortega-Regimes und fordert mehr internationalen Druck auf den Präsidenten.
Präsident Daniel Ortega und Vizepräsidentin Rosario Murillo
Foto: IMAGO/Jairo Cajina (www.imago-images.de) | Präsident Daniel Ortega mit seiner Ehefrau und Vizepräsidentin Rosario Murillo. Besonders die katholisch Kirche wird durch die zunehmend diktatorische Regierung Ortegas verfolgt.

Die Lage der Christen in Nicaragua spitzt sich weiter zu. Dabei wird besonders die römisch-katholisch Kirche durch die zunehmend diktatorische Regierung von Präsident Daniel Ortega verfolgt. Im Interview mit dem bundesweiten christlichen Radiosender Radio Horeb erklärt Marcel Caroso*, Pastor einer evangelikalen Kirche in Nicaragua.

„Wir halten uns am Glauben fest, wir halten uns am Herrn fest. Unsere persönlichen Freiheiten sind so stark eingeschränkt, dass wir nicht mal wissen, jetzt während dieses Telefonats, ob wir das Gespräch zu Ende führen können, ob nicht irgendjemand zuhört und das Gespräch dann unterbindet oder ob es irgendwelche Konsequenzen hat“, erklärt Caroso, dessen Name aus Sicherheitsgründen geändert wurde.

Einem ideologischen Kampf ausgesetzt

Als Christ sei man einem ideologischen Kampf ausgesetzt. So gibt es beispielsweise laut dem Pastor strikte Einreisegesetze. Auch wenn jemand zu religiösen Zwecken ins Land einreist, etwa ein Priester, müsse er einen Monat zuvor genau offenlegen, was man dort vorhabe und wen man treffen wolle.

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Die Lage in Nicaragua ist schon seit Monaten angespannt. „Die politische und wirtschaftliche Situation ist aus verschiedenen Gründen sehr kritisch in unserem Land. Wir haben eine sehr hohe Arbeitslosigkeit. Die Produktionskapazitäten liegen brach, weil eben sehr viel qualifizierte Fachkräfte Kräfte das Land blitzartig verlassen haben, sei es in der Landwirtschaft als auch in der Industrie. Überall fühlt man diesen Fachkräftemangel“, so Pastor Caroso.

Mit Blick auf die dramatische Lage fordert der Geistliche Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft. „Wir selbst als Volk haben ja Position bezogen und haben versucht, etwas dagegen zu unternehmen. Wir hatten so viele Massaker. Es haben so viele Menschen das Leben verloren. Ich denke, es wäre wirklich an der Zeit, dass mehr Druck von internationaler Seite auf den Präsidenten, auf das Land ausgeübt wird.“  DT

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