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Kirche in Nicaragua will nationalen Dialog wieder aufnehmen

Am Freitag soll die Regierung des umstrittenen sandinistischen Präsidenten Ortega wieder mit Vertretern der Protestbewegung zum Gespräch zusammenkommen. Vorschläge zur Vermittlung hatten die nicaraguanischen Bischöfe unterbreitet.
Krise in Nicaragua
Foto: Carlos Herrera (dpa) | 01.06.2018, Nicaragua, Managua: «Gerechtigkeit», fordert eine Demonstrantin auf einem kleinen Plakat. Junge Menschen trafen in der Hauptstadt zu einer spontanen Kundgebung gegen die Regierung zusammen.

In Nicaragua soll am Freitag der ausgesetzte nationale Dialog zwischen der Regierung des umstrittenen sandinistischen Präsidenten Daniel Ortega und Vertretern der Protestbewegung wieder aufgenommen werden. Das teilte die nicaraguanische Bischofskonferenz am Mittwoch (Ortszeit) in einer Stellungnahme mit. Ortega habe am Dienstag auf die Vorschläge geantwortet, die ihm die Kirche zur Lösung der schweren innenpolitischen Krise unterbreitet habe, teilten die Bischöfe mit, ohne dabei auf die Antworten konkret einzugehen.

Seit Wochen gibt es in Nicaragua Massenproteste gegen Ortega. Die Menschenrechtskommission der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) warf den Sicherheitskräften vor, die Demonstrationen brutal niedergeschlagen zu haben. Seit Ausbruch der Proteste kamen mehr als 150 Menschen ums Leben, mehr als 1 000 wurden verletzt. Die Gegner Ortegas fordern dessen sofortigen Rücktritt. Ortega macht die Protestbewegung dafür verantwortlich, dass die Demonstrationen in Gewalt endeten und lehnt einen Rücktritt ab.

Die Kirche versuchte im Rahmen eines „Nationalen Dialogs“ zwischen den beiden Lagern zu vermitteln. Die Gespräche wurden allerdings abgebrochen. Die Bischöfe machten einen Stopp der Repression gegen die Demonstranten zur Bedingung für eine Wiederaufnahme ihrer Vermittlerrolle. Kirchenvertreter hatten Demonstranten in den Gotteshäusern Rückzugsmöglichkeiten gegeben, um nicht Opfer von Polizeigewalt zu werden. Sie erhielten daraufhin Morddrohungen. Für Donnerstag rief die Zivilgesellschaft zu einem 24-stündigen Generalstreik auf.

DT/KNA

 

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Bischof Daniel Ortega Massenproteste Protestbewegungen

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