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Keine Entscheidung zum Synodalen Ausschuss geht nicht

Auch der neue Erzbischof von Paderborn wird sich am Ende entscheiden müssen, ob er die Einheit oder das Risiko der Spaltung wählt.
Erzbischof Bentz  wird sich am Ende entscheiden müssen
Foto: ERZBISTUM PADERBORN | Der ernannten Erzbischof von Paderborn, Udo Markus Bentz, hier bei seiner Ansprache zu den Gläubigen, wird irgendwann entscheiden müssen, ob er am Synodalen Ausschuss mitwirkt oder nicht.

Der neue Paderborner Erzbischof wollte gestern nicht sagen, ob er beim Synodalen Ausschuss mitwirken will. Das umstrittene Gremium wird von Kritikern als illegitim angesehen, da es dazu dient, den von Rom untersagten Synodalen Rat vorzubereiten.

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Zugleich hat der Vatikan allerdings nicht den Synodalen Ausschuss verboten, sondern Bischöfen die Mitarbeit darin freigestellt, indem auf Nachfrage betont wurde, jeder Bischof könne selber entscheiden. Nun hat der bisherige Mainzer Weihbischof Udo Markus Bentz nicht einfach unentschieden rumgeeiert, sondern wohlbegründet den Zeitpunkt jetzt als ungeeignet für eine Entscheidung erklärt.

Kluge Abwägung ist richtig

Das ist nachvollziehbar, wenn man seine vorherige Erklärung über seine Sicht von Synodalität gehört hat. Es ist im Grunde eine Sicht auf einen Nebel und damit eine durchaus eindrucksvolle Darstellung davon, dass nämlich derzeit niemand wirklich sagen kann, was denn diese ominöse Synodalität sein soll. Der Knackpunkt ist die Tatsache, dass einerseits die Kirchen des Ostens nicht nur eine uralte Tradition der Synodalität haben, sondern auch eine klare Vorstellung, was das ist: die Versammlung der Bischöfe einer Region, einer Kirche, einer Metropolie oder eines Patriarchats.

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Wie auch immer der Rahmen gefasst ist, es ist immer eine Versammlung der Bischöfe. Weder Laien noch Priester oder Diakone spielen dabei eine Rolle. Die Synode steht in der Tradition des Apostelkonzils. Darum sagen uns Bischöfe der Ostkirche, was ihr macht, ist keine Synode.

Synode als geistlicher Prozess

Der Papst aber will eine synodale katholische Kirche und versteht darunter einen geistlichen Prozess. Demgegenüber steht in Deutschland ein Synodaler Weg, der ein protestantisches Kirchenparlament ist und nun in seiner nächsten Stufe die Bischöfe nicht nur eingereiht, sondern sogar weitgehend entmachtet hat. Damit ist der deutsche Synodale Weg weit von den päpstlichen Vorstellungen von Synodalität entfernt. Das hat Rom deutlich erklärt und mehrfach moniert.

Auch andere katholische Bischöfe der Weltkirche haben ihre Kritik geäußert und auf die Gefahr eines Schismas hingewiesen. Diese Gefahr ist keinesfalls vom Tisch und es kommt nun, nachdem vier Bischöfe ihre Mitarbeit im Synodalen Ausschuss verweigern und dies sehr gut begründen können, auf weitere klare Zeugnisse aus dem deutschen Episkopat an.

Am Ende ist der Bischof allein

Damit stehen beide gestern neu ernannte Erzbischöfe und auch die beiden künftig noch zu ernennenden Bischöfe in Osnabrück und Stuttgart vor der Frage, ob sie in mutiger Klarheit der Einheit dienen oder den riskanten Weg in Richtung Schisma mitgehen wollen. Es mag ein guter Ausdruck von Klugheit und Umsicht sein, bei einer solchen Entscheidung möglichst viele Mitarbeiter und Berater, seien es Laien oder Kleriker, mitnehmen zu wollen. Und es ist gewiss ein Zeichen von Klugheit, nicht vor der feierlichen Amtseinführung alle Weichen stellen zu wollen.

Tatsächlich aber liegt es im Wesen des Bischofamtes, am Ende ganz allein entscheiden zu müssen. Das kann und das wird niemand für den dann im Amt befindlichen Erzbischof Udo Markus Bentz erledigen. Der Erzbischof von Paderborn trägt neben dem Pallium, dem vom Papst verliehenen Wollschal für Erzbischöfe, auch noch das Rationale, eine Schulterauflage, die als Zeichen besonderer Verbundenheit mit dem Papst gilt. Vielleicht ist dieses doppelte Symbol der Verbundenheit ermutigend und kraftspendend genug, im Sinne der römischen Weisungen zu entscheiden.

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