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Islam-Studien an katholischer Fakultät

Das Wiener „Institut für Islamisch-Theologische Studien“ wird jetzt ein Teil der Katholisch-Theologischen Fakultät an der Universität Wien.
Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien
Foto: Wikicommons | Das Institutsgebäude der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien in der Schenkenstraße.

Seit 2016 gehört das in Wien ansässige „Institut für Islamisch-Theologische Studien“ zur Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien. Doch ab 1. Oktober wird es „organisatorisch“, wie die Universität betont, der Katholisch-Theologischen Fakultät angegliedert. Die Universität Wien begründet das so: „In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass es viele gemeinsame Fragestellungen und Themen mit der Katholisch-Theologischen Fakultät gibt.“ Deshalb habe die Universität die organisatorische Angliederung an die Katholisch-Theologische Fakultät vorbereitet, die mit Beginn des Wintersemesters am 1. Oktober 2024 wirksam wird.

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Aufgrund „der positiven Erfahrungen in der bisherigen Zusammenarbeit“, etwa im Rahmen der Forschungsplattform „Religion und Transformation“, verbinde das „Institut für Islamisch-Theologische Studien“ mit dieser organisatorischen Veränderung „die Chance, das eigene Profil zu stärken“. Das Rektorat habe den Vorschlag zur Neustrukturierung aufgegriffen, die Katholisch-Theologische Fakultät habe der Eingliederung zugestimmt und der Senat habe den Vorschlag einstimmig zustimmend zur Kenntnis genommen.

Islamisches Institut bleibt autonom

Die bestehenden Professuren, die Studienordnungen und das Lehrangebot bleiben unverändert. Auch soll das „Institut für Islamisch-Theologische Studien“ langfristig in seiner inhaltlichen Ausrichtung autonom bleiben, so etwa bei den Curricula wie bei den Berufungen. Gegenüber der „Tagespost“ erklärt der Vizedekan der Fakultät, Alexander Filipović, der den Fachbereich Sozialethik leitet: „Der administrative Teil bei Berufungen wird über die Fakultät erfolgen, der inhaltliche Teil bleibt jeweils laut Rektorat beim Institut für Islamisch-Theologische Studien beziehungsweise dem katholischen Teil der Fakultät. Dort, wo es inhaltlich Sinn macht, wird man sich gegenseitig unterstützen.“ 

Nach Informationen der „Tagespost“ hat der Erzbischof von Wien, Kardinal Christoph Schönborn, für die Berufungen in diesem Bereich ausdrücklich auf sein Recht des „nihil obstat“ verzichtet, welches er gegenüber der Katholisch-Theologischen Fakultät besitzt. Dazu meint Professor Filipović gegenüber dieser Zeitung: „Das nihil obstat erfolgte auch in den vergangenen Jahren für die theologischen Kernfächer. Es ist bereits gängige Praxis, dass etwa Anstellungen im Bereich Religionswissenschaften ohne dieses nihil obstat durchgeführt werden.“ So werde es auch im Fall der Islamischen Studien sein. Die „Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich“ (IGGÖ) hat nach Informationen der „Tagespost“ der organisatorischen Neuordnung zugestimmt, ja diese begrüßt. Auch die Aleviten sind mit an Bord.

Die Eingliederung der „Islamischen Studien“ in die Katholisch-Theologische Fakultät wird von einem Entwicklungsprozess professionell begleitet und soll nach fünf Jahren evaluiert werden. „Wir wollen mit diesem Schritt die interreligiöse Zusammenarbeit weiter stärken“, so der Rektor der Universität, Sebastian Schütze. Für die Katholisch-Theologische Fakultät stellt diese Veränderung nach Darstellung der Universität Wien „keine vollkommen neue Entwicklung dar“, weil bereits jetzt die Religionswissenschaften wie auch die orthodoxe Religionspädagogik Teil dieser Fakultät sind. Hier gebe es bereits „die Erfahrung, wie einerseits inhaltliche Autonomie gewahrt und andererseits interdisziplinäre Zusammenarbeit fruchtbar gestaltet werden kann“, so die Universität Wien.

Zusammenarbeit theologischer Fächer

Andrea Lehner-Hartmann, die Dekanin der Katholisch-Theologischen Fakultät Wien, betont: „Angesichts großer globaler und gesellschaftlicher Herausforderungen ist eine Stärkung und Zusammenarbeit theologischer Fächer nötig. Die Zusammenarbeit der Religionsgemeinschaften ist eine Chance und wird immer wichtiger.“ Interreligiöse sowie inter- und intrakonfessionelle Fragen seien ein wissenschaftlicher Schwerpunkt ihrer Fakultät und würden in der Forschung, den Lehrveranstaltungen und der gesellschaftlichen Arbeit vorrangig behandelt. Das betreffe auch die Zusammenarbeit mit der Judaistik und der Evangelisch-Theologischen Fakultät.

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