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Hohe Austrittszahlen und Mitgliederschwund bei Katholiken und Protestanten

DBK und EKD haben ihre Mitgliederzahlen veröffentlicht. Dabei liefert die Statistik nicht nur Einblicke in das kirchliche Leben, sondern zeigt zudem Tendenzen auf.
Leere Kirchenbank: Hohe Austrittszahlen bei Katholiken und Protestanten
Foto: Imago/Eibner | 321.000 Menschen sind laut den jüngst veröffentlichten Zahlen in Deutschland aus der katholischen Kirche ausgetreten.

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und die 27 (Erz-)Diözesen haben am Donnerstag die Kirchenstatistik für das Jahr 2024 veröffentlicht. Wie aus den vorläufigen Zahlen hervorgeht, verzeichnen beide Kirchen einen deutlichen Rückgang. In der katholischen Kirche sank die Mitgliederzahl auf rund 19,8 Millionen, was 23,7 Prozent der Gesamtbevölkerung entspricht. Auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) verzeichnet einen Mitgliederschwund von 3,2 Prozent. Demnach gehörten zum Stichtag rund 18 Millionen Menschen einer der 20 evangelischen Landeskirchen an.

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Auch die Sakramentenspendungen in der katholischen Kirche zeigen sich gegenüber dem Vorjahr insgesamt rückläufig. So wurden im Jahr 2024 bundesweit rund 116.000 Kinder und Erwachsene getauft, deutlich weniger als die ungefähr 131.000 Taufen im Vorjahr. Auch die Zahl kirchlicher Trauungen ging zurück. Die Zahl der Erstkommunionkinder ist hingegen leicht gestiegen. Wobei die Zahl der Firmungen leicht unter dem Vorjahreswert lag.

Die Zahl der Kirchenaustritte ist zwar in der katholischen Kirche erneut deutlich gesunken, da im Vergleich zum Vorjahr rund 80.000 weniger Menschen ihren Austritt erklärt haben, jedoch lag die Zahl der Gesamtaustritte im Jahr 2024 immer noch bei ungefähr 321.000. Gleichzeitig stieg die Zahl der Wiederaufnahmen, während sich die Zahl der Kircheneintritte leicht erhöhte.

Noch höhere Austrittszahlen bei EKD

Bei der EKD liegt die Zahl der Austritte mit 345.000 noch höher als bei der katholischen Kirche. Zudem ist die Anzahl der Taufen rückläufig: Getauft wurden rund 110.000 Menschen, gegenüber 136.000 im Jahr 2023. Gleichzeitig wurden rund 15.000 Neuaufnahmen gemeldet. 

In der Pressemitteilung der EKD betont die Ratsvorsitzende Kirsten Fehrs die gesellschaftliche Relevanz kirchlicher Arbeit: „Unsere Gesellschaft ist mehr denn je darauf angewiesen, dass sich Menschen zivilgesellschaftlich engagieren – auch in Kirche und Diakonie.“ Sie weist auf die Bedeutung spiritueller und gesellschaftlicher Räume hin, die die Kirche biete. Besorgt zeigt sie sich angesichts der rückläufigen Taufzahlen, deren Auswirkungen sich in künftigen Generationen fortsetzen würden. Die EKD wolle deshalb mit ihrer Initiative „Deine Taufe“ weiterhin gezielt Menschen ansprechen und zur Taufe einladen.

Ein leichter Anstieg von 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ist beim Gottesdienstbesuch zu verzeichnen: 6,6 Prozent der Katholiken besuchen regelmäßig die Heilige Messe. Die Zahl der Pfarreien verringerte sich  allerdings aufgrund laufender Strukturmaßnahmen um ungefähr einhundert. Bundesweit wurden im Jahr 2024 insgesamt 29 Priester geweiht. DT/jna

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