Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Kommentar um "5 vor 12"

Handreichung zu TV-Messen: Ein Akt pastoraler Vernunft

Mit TV-Messen erfüllen Gläubige die Sonntagspflicht nicht, betonen die spanischen Bischöfe. Richtig so – denn Anbetung erfordert Präsenz.
Ein Livestream der Messe in Corona-Zeiten
Foto: ULMER Pressebildagentur via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Anbetung erfordert Präsenz. Deswegen lässt sich Eucharistie nicht nachholen.

Zum schwierigsten Erbe der Coronazeit gehört zweifellos die Zunahme der Fernsehmessen. Sie bilden gewissermaßen das Gegenstück zur Praxis früherer Generationen von Gläubigen in der Diaspora, deren Wochenendplanung sich wesentlich darum drehte, die Sonntagsmesse mitzufeiern. 

Lesen Sie auch:

Der Versuchung, Zeit und Benzin zu sparen und die heilige Messe vom Sessel aus zu verfolgen und dadurch unter Umständen auch der Tristesse einer wenig inspirierten Ortspfarrei mit vielen leeren Kirchenbänken zu entfliehen, haben die spanischen Bischöfe nun in einer Handreichung Paroli geboten. 

Liturgische Sorgfalts- und Qualitätskriterien müssen erfüllt werden

Drei zentrale Punkte werden darin angesprochen: Mit der TV-Messe erfüllen die Gläubigen ihre Sonntagspflicht nicht, sofern sie nicht durch ernsthafte Gründe am Kirchgang gehindert sind. Ferner müssen TV-Messen live übertragen werden, und sie müssen liturgische Sorgfalts- und Qualitätskriterien erfüllen.

Der Ambition mancher Gemeinde, auch bei Youtube vorzukommen, egal wie, werden damit Grenzen gesetzt. Nicht weniger wichtig ist das Ziel, die Menschen an die Bedeutung des unblutigen Kreuzesopfers in Erinnerung zu rufen.

Anbetung erfordert Präsenz. Deswegen lässt sich Eucharistie nicht nachholen oder zum gewünschten Zeitpunkt bei Youtube herunterladen. Die Versuchung ist da, und es wäre pastoral unklug, sie zu übersehen.

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Regina Einig Bischof

Weitere Artikel

Zwei Verleger, zwei verschiedene Welten: Berliner-Zeitungs-Verleger Holger Friedrich diskutierte mit Springer-Chef Mathias Döpfner.
04.03.2026, 21 Uhr
Sebastian Sasse

Kirche

PLeo XIV. hat den zentralen Termin seiner Spanienreise bestätigt. Zugleich rückte er die spanischen Märtyrer des 20. Jahrhunderts als Vorbilder des Glaubens in den Mittelpunkt.
13.04.2026, 16 Uhr
José García
Leo sei nur Papst, weil er selbst US-Präsident sei: So sieht Donald Trump sein Verhältnis zum Pontifex. Das geht auch Bischof Robert Barron zu weit. Chronik eines (einseitigen) Konflikts.
13.04.2026, 16 Uhr
Franziska Harter
„Unsere bevorzugten Brüder“: Vor 40 Jahren öffnete Papst Johannes Paul II. das Tor zu einer neuen Ära der christlich-jüdischen Beziehungen.
13.04.2026, 14 Uhr
Henry C. Brinker
Papst Leo XIV. eröffnet seine Algerienreise am Märtyrerdenkmal „Maqam Echahid“ in Algier und ermutigt die Algerier zu Vergebung als Weg zum wahren Frieden.
13.04.2026, 14 Uhr
Meldung
Der Unternehmer Peter Löw legt eine verdichtete Fassung der vier Evangelien als Beitrag zur Neuevangelisierung in einer säkularen Zeit vor.
13.04.2026, 13 Uhr
Barbara Stühlmeyer