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Bischöfe wollen mehr Frauen in der Führung

Die deutschen Bischöfe wollen mehr Frauen in Leitungspositionen der Kirche bringen.
Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz
Foto: Friso Gentsch (dpa) | Thema bei Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz: die Rolle der Frauen.

Die Steigerung des Frauenanteils in hohen Führungspositionen in den vergangenen Jahren sei bemerkenswerte, "aber bei Weitem nicht zufriedenstellend", sagte Bischof Franz-Josef Bode am Dienstag in Lingen. Demnach hätte die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) ihre eigene Zielvorstellung von 30 Prozent Frauen in der obersten Leitungsebene bislang deutlich verfehlt, wie der Vorsitzende der DBK-Pastoralkommission erklärte.

Etwa jede fünfte Leitungsposition von einer Frau besetzt

Im vergangenen Jahr hatte die DBK eigens eine Studie zu "Frauen in Leitungspositionen deutscher Ordinariate/Generalvikariate" durchführen lassen. Studienleiterin Andrea Qualbrink betonte zur Vorstellung ihrer Ergebnisse anlässlich der derzeit tagenden DBK-Vollversammlung: "Es ist noch Luft nach oben." Demnach sei der Anteil von Frauen an entsprechenden Stellen der kirchlichen Verwaltung in den zurückliegenden fünf Jahren leicht gestiegen. Unter den bundesweit 207 Personen in höchsten Leitungsämtern der deutschen Bistümer waren zuletzt 39 Frauen, was einem Anteil von 19 Prozent entspricht. Auf der nachfolgenden mittleren Leitungsebene lag der Frauenanteil laut Qualbrink bei 23 Prozent. Gegenüber einer früheren Erhebung aus dem Jahr 2013 lag die Steigerung bei sechs beziehungsweise vier Prozentpunkten.

Zielsetzung: Erhöhung des Frauenanteils auf mindestens ein Drittel

Als größte Hindernisse für die Besetzung entsprechender Stellen mit Frauen nannte Qualbrink unter anderem die herrschende Personalauswahl sowie die teilweise ausschließliche Berufung von Klerikern. Ein wesentlicher Faktor zur Erhöhung des Frauenanteils sei ein entsprechender "ausdrücklicher Wille der Bistumsleitung", so die Wissenschaftlerin.

Wie Bode betonte, arbeiteten die deutschen Bischöfe am Ziel eines Frauenanteils von mindestens einem Drittel in den entsprechenden Positionen. Dies hätte zuletzt der Ständige Rat der DBK im Herbst vergangenen Jahres als Vorgabe definiert. Zur Dokumentation dieser Entwicklung sollen nach 2013 und 2018 im Jahr 2023 erneut Zahlen zum Anteil von Frauen in Leitungspositionen erhoben werden. Auch künftig will die DBK laut Bode zudem aktiv Maßnahmen zur Qualifizierung von Frauen unterstützen.

Kirche im Mentoring - Frauen steigen auf

Dazu gehört das Programm "Kirche im Mentoring - Frauen steigen auf" des Hildegardis-Vereins. Dieses hätten bislang etwa 100 weibliche Nachwuchskräfte aus 23 Diözesen und Hilfswerken durchlaufen, wie Geschäftsführerin Birgit Mock erklärte. In Kooperation mit der Bischofskonferenz werde das Programm 2020 in eine dritte Runde gehen, in welcher erneut 40 Frauen die Chance haben sollen, von einem erfahrenen Mentor auf eine Führungsaufgabe vorbereitet zu werden. Das im Jahr 2016 gestartete Mentoringprogramm sei sowohl für die Teilnehmerinnen selbst, wie auch für die Kirche von Nutzen, betonte Mock. So könnten Ordinariate und andere kirchliche Einrichtungen auf einen wachsenden Pool qualifizierter Fachkräfte zurückgreifen.

DT/kim (jobo)

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Kilian Martin Bischof

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