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Betroffenheit über Mord an koptischem Abt

Der Abtbischof des ägyptischen St. Makarios-Klosters, der vergangenen Sonntag tot aufgefunden wurde, war Mitglied einer Ökumene-Kommission der Stiftung "Pro Oriente".
Betroffenheit über Mord an koptischem Abt
Foto: Peter Kneffel (dpa) | Der koptisch-orthodoxe Papst-Patriarch Tawadros II. würdigte den ermordeten Bischof als "bescheidenen und sanftmütigen Mönch und Gelehrten".

Tiefe Betroffenheit herrscht bei der Stiftung "Pro Oriente" über den mutmaßlichen Mord an dem Abt des ägyptischen St. Makarios-Klosters, Bischof Epiphanios. Der koptische Bischof war seit diesem Jahr Mitglied der neuen "Pro Oriente"-"Commission for Ecumenical Encounter between the Catholic Church and the Oriental Orthodox Churches" (CEE), die vom Salzburger Ostkirchen-Experten Dietmar Winkler geleitet wird. Bereits früher hatte sich Bischof Epiphanios am inoffiziellen ökumenischen Dialog von "Pro Oriente" beteiligt.

Schüler des berühmten Mönchs Matta al-Maskin

Als Abt von "Der Anba Maqar" (so der Name des Klosters auf arabisch) kam der 1954 geborene Epiphanios aus der Schule des berühmten Mönchs Matta al-Maskin (Matthäus der Arme), der eine von Mönchen getragene kirchliche Erneuerungsbewegung initiiert hatte.

Die Leiche von Abt Epiphanios wurde am Sonntag in den frühen Morgenstunden von den Mönchen von St. Makarios in einer Blutlache entdeckt; Epiphanios war offenbar auf dem Weg von seiner Zelle zur Klosterkirche, wo er am Mitternachtsgebet teilnehmen wollte, überfallen und erschlagen worden.

Derzeit noch keine Hypothese über die Täterschaft

Die ägyptischen Sicherheits- und Justizbehörden haben umfangreiche Erhebungen eingeleitet; derzeit gibt es noch keine greifbaren Ergebnisse und auch keine Hypothesen über die Täterschaft. Der koptisch-orthodoxe Papst-Patriarch Tawadros II. würdigte den ermordeten Bischof als "bescheidenen und sanftmütigen Mönch und Gelehrten" und sprach der Klostergemeinschaft sein tief empfundenes Beileid aus.

Das Mitte des 4. Jahrhunderts gegründete Kloster zählt zu den ältesten und bedeutendsten Klöstern Ägyptens. Vor rund 50 Jahren lebten nur mehr sechs alte Mönche in der umfangreichen Klosteranlage, bevor es ab Ende der 1960er-Jahre wiederbelebt wurde. Heute gehören dem Kloster rund 150 Mönche an, es besitzt Betriebe sowie große landwirtschaftliche Flächen und beschäftigt hunderte Arbeitnehmer. Das Leben im Makarios-Kloster ist geprägt durch die harmonische Verbindung von Gebet und Liturgie mit händischer und geistiger Arbeit. Besondere Bedeutung hat das im Makarios-Kloster beheimatete Schriftenapostolat.

Im Oktober 2016 war der Wiener Kardinal Christoph Schönborn im Rahmen einer mehrtägigen Ägyptenreise unter anderem auch im Makarios-Kloster zu Besuch, wo er von Abt Epiphanios herzlich empfangen wurde.

DT/mlu/KAP

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