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Impfen im Stephansdom - ja oder nein?

Die neu eingerichtete Impfstraße im Wiener Stephansdom polarisiert. Die Tagespost hat regelmäßige Besucher von Messen, Touristen sowie Menschen, die im Dom auf ihre Covid-19 Impfung warten, befragt, was sie über Impfmöglichkeiten in Kirchen denken.
Impfstraße im Stephansdom
Foto: Georges Schneider via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Am 11. August fand in der Barbarakapelle des Wiener Stephansdoms die erste Covid-19 Impfung statt. Die Impfstraße sorgt nicht nur medial, sondern auch unter Gläubigen für Aufregung.

Die eingerichtete Impfstraße in der Barbarakapelle des Wiener Stephansdoms sorgt für Diskussionsstoff. Auf CitizenGo wurde die Petition „Unterbindung von „Impfstraßen“ im Stephansdom und anderen Gotteshäusern“ von Katholiken ins Leben gerufen. Die Unterschriftensammlung richtet sich an Christoph Kardinal Schönborn und hat fast 8000 Unterzeichner. Eine davon ist die gebürtige Wienerin Monika. „Für mich ist die Impfaktion eine klare Grenzüberschreitung der Regierung“, empört sich die Grundschullehrerin. Sie müsse an die Bibelstelle denken, in der das Haus des Gebets zu einer Markthalle gemacht wurde. „Genauso kommt es mir im Dom vor“, so Monika.

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Vermehrt Unruhe während der Messen

Auch Adam ist von der Impfstraße nicht begeistert. Der Student besuchte die Messen der Katholischen Hochschulgemeinde im Dom. Er empfindet das Impfen im Dom als unangebracht. Trotzdem zieht er auch etwas Positives daraus. „Ich denke, die Impfstraße hat die Botschaft: Nun zeigt sich, wer sich trotz aller weltlicher Ablenkung auf das Wesentliche, Gott, konzentrieren kann.“, erklärt Adam. Damit deutet er auf die vermehrte Unruhe, die trotz der abseits liegenden Impfecke während den Messen herrscht.

Die Schauspielstudentin Christina, die öfters Messen im Stephansdom besucht, hält das Impfen im Dom für unnötig, da es "in Wien nicht an Impforten mangelt".

Eine "Coronasäule" aus Dank für die überstandene Pandemie?

Wieder andere, dabei Touristen oder Bürger, die den Dom wegen der Impfung aufsuchen, finden die Idee gut. Ein Ehepaar mittleren Alters aus Deutschland, das zu Besuch in Wien ist, wünscht sich, dass auch Kirchen in Deutschland Covid-19 – Impfungen anbieten. Dass in Gotteshäusern geimpft wird, stellt für das Ehepaar, dass sich als „nicht so gläubig“ bezeichnet, kein Affront dar. „Hauptsache, den Menschen wird geholfen“, sagt Juliane und fügt schmunzelnd hinzu: „Vielleicht errichtet die Kirche ja aus Dank für die überstandene Pandemie eine Coronasäule, wie früher die Pestsäulen“.

Gabriele wartet gerade darauf geimpft zu werden. Sie bezeichnet sich als „absolute Befürworterin“ der Covid-19-Impfung. Gläubig ist sie nicht. Sie denkt, dass die Impfmöglichkeit in der Kirche ein „starkes Zeichen“ für jene Gläubigen ist, die der Impfung gegenüber kritisch sind.

Verständnis für Gläubige, die das Impfen im Gotteshaus stört

Auch Sha ist für die Corona-Impfung angestellt. Für den jungen Mann aus dem Iran ist es ein „komisches Gefühl“, dass man sich in einer Kirche impfen lassen kann. Er ist nicht gläubig, hat aber von keiner Moschee – weder in seiner Heimat noch in Österreich – gehört, die den Impfservice anbieten würde. Der 29-Jährige findet es „cool“, dass man sich in einer Kirche impfen lassen kann. Für ihn ist es ein Zeichen, dass „auch religiöse Leute auf der Seite von Technologie und Wissenschaft stehen“.

Leila ist gekommen, um ihre Freundin Sarah zur Impfung im Dom zu begleiten. Die beiden 19-Jährigen sind nicht katholisch. Leila findet, dass „Kirche mit Gesundheit verbunden ist“. Außerdem liege der Impfbereich abseits des religiösen Hauptgeschehens. Leila versteht aber, wenn es „religiöse Menschen“ stört, dass Impfungen im Gotteshaus stattfinden.

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