Nigeria: Mehr Christen trotz Anschlägen

Je mehr Attacken Christen träfen, etwa von der Terrorgruppe Boko Haram, desto stärker würden sie im Glauben, meint das internationale kirchliche Hilfswerk "Kirche in Not".

Reise nach Nigeria
Bild: Besuch einer niedergebrannten Kirche am 1. September 2009 in Kaduna. (v.l.n.r.): Timothy Joseph Carroll, Apostolischer Vikar von Kontagora, Erzbischof Robert Zollitsch, und Erzbischof Matthew Man-oso Ndagoso werden von Gemeindmitgliedern flankiert die Kerzen halten, da w... Foto: Harald Oppitz

In Nigeria nimmt die Zahl der Christen trotz der dortigen islamistisch motivierten Anschläge zu. Je mehr Attacken Christen träfen, etwa von der Terrorgruppe Boko Haram, desto stärker würden sie im Glauben, teilte das internationale kirchliche Hilfswerk „Kirche in Not“ am Dienstag in München mit. Demnach verzeichnen auch die Priesterseminare in dem afrikanischen Land Zuwachs. „In den vergangenen vier Jahren habe ich jährlich mindestens drei neue Pfarreien gegründet“, ergänzte laut Mitteilung Matthew Man-Oso Ndagoso, Erzbischof der nordnigerianischen Diözese Kaduna. Genaue Angaben zur Zahl der Christen machte er nicht. Für die Christen seines Bistums seien die Aktivitäten von Boko Haram wie „ein Weckruf“ gewesen, so Ndagoso. Ein Beispiel dafür sei der Anschlag auf eine Kirche in Kaduna im Jahr 2012 mit mehreren Toten und über 100 Verletzten. Vorher habe es dort drei Gottesdienste pro Woche gegeben, jetzt werde fast täglich eine heilige Messe gefeiert. Seit dem Anschlag habe sich die Zahl der Gläubigen in der Pfarrei verdreifacht.

Laut Ndagoso ist die Sicherheitslage in Nigeria angespannt, vor allem im Norden und Nordosten des Landes. Attackiert würden hauptsächlich Märkte sowie Kirchen und in jüngster Zeit auch Moscheen. „Terroristengruppen geben vor, beten zu wollen. Sie mischen sich unter die Versammelten in Gebetsräumen, wo üblicherweise niemand Bombenattentate vermutet.“ So werde Verwirrung verbreitet. Auch gebe es Entführungen und damit verbundene Lösegelderpressungen. Mit Blick auf die Rolle der Christen in seinem Land sagte Ndagoso: „Wir müssen so geduldig sein, wie Gott es mit allen Menschen über Jahrtausende war: Wir müssen selbst die Initiative für den Frieden ergreifen - denn unser Gott ist ein Gott des Friedens und nicht der Gewalt.“

DT/KNA