Neu-Kardinal widerspricht Meldungen über Frau und Kinder

Ende Juni soll der bolivianische Bischof Toribio Ticona Porco zum Kardinal ernannt werden. Nun kursieren Meldungen, er habe eine eigene Familie mit Frau und Kindern. Porco weist dies in einer Erklärung zurück.

Der bolivianische Bischof Toribio Ticona Porco sieht sich Vorwürfen ausgesetzt, Frau und Kinder zu haben. Foto: IN

Der bolivianische Bischof Toribio Ticona Porco (81), der Ende Juni zum Kardinal ernannt werden soll, weist Meldungen zurück, er habe eine eigene Familie mit Frau und Kindern. „Aufgrund einer falschen Beschuldigung, die in einigen Medien in Bezug auf mein Privatleben verbreitet wurde, ist es meine Aufgabe klarzustellen, dass die Inhalte dieser Meldung nicht der Wahrheit entsprechen“, sagte Ticona Porco in einer Erklärung, die die Bischofskonferenz Boliviens am Dienstagabend (Ortszeit) veröffentlichte.

Er sei bereit, seine Ehre in allen notwendigen Instanzen zu verteidigen, ergänzte der Bischof. Die Gerüchte, die jetzt im Blog „Adelante la fe“ zu lesen waren, seien nicht neu und bereits früher als simple Verleumdungen entlarvt worden, so der Altbischof von Corocoro. Er gehört zu den 14 Kirchenmännern, deren Ernennung zum Kardinal Papst Franziskus kürzlich für den 28. Juni angekündigt hatte.

Toribio Ticona Porco (81) stammt aus einer indigenen Familie im Hochland von Bolivien und arbeitete, bevor er Priester wurde, in den Minen von Potosi für den Lebensunterhalt seiner Familie. Am 25. April 1937 in Atocha geboren, lernte Ticona den harten Alltag in der südbolivianischen Bergbauregion kennen. Nach dem Studium - unter anderem in Brüssel - bewahrte er seine Nähe zu der Region und den Menschen: erst als Priester, dann als Weihbischof in Potosi, schließlich, ab 1992, auch als Bischof von Corocoro.

Damals waren auf einer Fläche von 29.000 Quadratkilometern fünf Diözesanpriester und zehn Ordensgeistliche tätig. Während seiner 20 Jahre als Oberhirte betrachtete Ticona es als Ehrensache, neben Spanisch und Quechua auch alle anderen Sprachen seines Kirchenbezirks zu lernen. Boliviens Präsident Evo Morales, mit dem der Neu-Kardinal eine persönliche Freundschaft verbindet, kündigte in dieser Woche an, Ticona Porco Ende Juni in den Vatikan zu begleiten.

DT/KNA