Mariazell/Wien

Kommentar um "5 vor 12": Weichenstellung für die Kirche in Österreich

Die Ära Schönborn geht zu Ende – Mit Lackner übernimmt ein franziskanischer Gottsucher die Führung der Bischofskonferenz

Erzbischof Franz Lackner und Kardinal Christoph Schönborn
Im Gnadenort Mariazell wählten Österreichs Bischöfe Erzbischof Franz Lackner (links) zu ihrem Vorsitzenden. Hier vor der Magna Mater Austriae zusammen mit seinem Vorgänger, Kardinal Christoph Schönborn. – Foto: Kathpress/Wuthe.

Kardinal Christoph Schönborn hat eine Ära der Kirche in Österreich geprägt: Seit 1995 ist er Erzbischof von Wien, ab 1998 war er auch Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz. Theologisch versiert, trittsicher auf dem internationalen Parkett, in Rom bestens vernetzt, im Heimatland voll missionarischem Eifer – aber letztlich doch ohnmächtig angesichts des dramatischen Schwunds von Glaube und Kirchlichkeit.

Vorsitz in jüngere Hände

Nicht erst seit dem 75. Geburtstag, sondern bereits seit schweren Erkrankungen im Vorjahr – einer Prostatakrebsoperation und einem Lungeninfarkt – gab Schönborn eindeutige Signale: Er will die Verantwortung abgeben. Seinem bereits im Oktober persönlich überreichten Rücktrittsgesuch als Wiener Erzbischof hat der Papst bis heute nicht stattgegeben, aber den Vorsitz der Bischofskonferenz konnte Schönborn am Dienstag in jüngere, gleichwohl bewährte Hände legen.

Ein Widerspenstiger

Mit dem Salzburger Erzbischof Franz Lackner wählten die Bischöfe Österreichs einen franziskanischen Gottsucher an ihre Spitze. Lackner ist kein Mann des Verwaltungsapparats, erst Recht kein glatter Karrierist. Im Gegenteil: Sein Leben ist voller Brüche und überraschender Wendungen, weil – so erzählt er es immer wieder – Gott machtvoll in sein Leben eingriff. Im Interview mit der „Tagespost“ beschrieb er seinen Weg einmal als „Zähmung eines Widerspenstigen durch Gott“. Eine gute Voraussetzung für eine missionarische Neuausrichtung der Kirche in Österreich. 

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